So wie Italiener italienische Musik spielen, kann das kein anderer. In den letzten Jahren hat sich Rinaldo Alessandrinis Barockensemble Concerto Italiano in dieser Hinsicht zu einer der ersten Adressen gemausert. Temperamentvoll, virtuos, hochsensibel und mit fein geschärftem Klang-Bewusstsein gehen Alessandrinis Musiker auch hier zu Werke - und erreichen dabei selbst im vielgedudelten Stabat mater Pergolesis faszinierende Ausdrucks-Momente. So beginnt etwa der erste Satz mit einem überraschend dicht verwobenen Stimmengeflecht von Vokal- und Instrumentallinien. Geht es, wie im “Quis est homo” oder im abschließenden “Quando corpus morietur”, um Tempo-Kontraste, dann kann man sicher sein, daß Alessandrini diese auch in Ausdruck und Dynamik auf die Spitze treibt.
Auch Alessandro Scarlattis Schwesterwerk begegnet Alessandrini mit derart kultivierten Gefühlsausbrüchen; hier vor allem kann man hörend auskosten, welch sinnliche Reizwirkungen von einer Dichtführung der Stimmen ausgehen können. Gemma Bertagnolli und (vor allem) die in der Tiefe enorm ausdrucksfüllige Sara Mingardo setzen dem instrumentalen Geschehen auch sängerische Glanzlichter auf.

Susanne Benda, 03.03.1999



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