Responsive image
Domenico Scarlatti

18 Sonaten für Pianoforte

Aline Zylberajch

Ambronay/Note 1 AMY002
(65 Min., 6/2003) 1 CD

Der Star dieser Aufnahme ist das Instrument. "Una nuova inventione per Maria Barbara" verspricht der Untertitel von Aline Zylberajchs Scarlatti-Einspielung und meint damit nicht die 555 Sonaten, die der Meister für seine erlauchte Klavierschülerin schrieb, sondern den Flügel, auf dem die meisten dieser Stücke mutmaßlich das erste Mal erklangen. Denn schon bald nachdem der Florentiner Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori den Hammerflügel erfunden hatte, bestellte die tastendurstige portugiesische Prinzessin gleich fünf dieser neuen Instrumente für den Eigengebrauch. Zwar ist keines dieser Klaviere wie überhaupt kein einziger Cristofori-Flügel erhalten geblieben, doch auf der Basis einer guten schriftlichen Überlieferung und einiger Nachfolgemodelle mit den Eigenheiten der speziellen Mechanik dieser Instrumente hat der englische Cembalobauer Denzil Wraight den Versuch einer Rekonstruktion unternommen. Mit beeindruckendem Ergebnis: Im Vergleich etwa zum späteren Wiener Schantz-Flügel, den Alain Planés vor zwei Jahren für seine Einspielung der 30 Essercizi bei harmonia mundi verwendete, schafft der Cristofori-Nachbau mit seinem begrenzten dynamischen Radius und seinem singenden, weichen Ton einen ganz intimen Klangraum. Ein Vorteil, den Aline Zylberajch vor allem in den langsamen Stücken auskostet. Im Gegensatz zum Cembalo, dessen prasselnde Pracht die folkloristischen Anknüpfungspunkte betont, und zum Klavier mit seinem vollen Opernton atmen Scarlattis Miniaturen hier aristokratische Delikatesse - klingende Fabergé-Eier für eine echte Prinzessin.

Jörg Königsdorf, 02.06.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top