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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Kaija Saariaho

L´amour de loin

Gerald Finley, Dawn Upshaw, Monica Groop, Orchester der Finnischen Nationaloper, Esa-Pekka Salonen

DG/Universal 073 4026
(156 Min., 9/2004) 2 DVDs

Dafür, dass die finnische Komponistin Kaija Saariaho zunächst nicht gerade eine Freundin der guten, alten Tante "Oper" war, ist sie ganz schön produktiv. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie die ideale Männer-Trias für ihre Arbeit gefunden hat. Denn wenn 2006 an der Pariser Oper ihr zweites Bühnenwerk "Adriana Mater" herauskommt, sind es erneut Intendant Gérard Mortier, Regisseur Peter Sellars und Dirigent Esa-Pekka Salonen, die schon bei Saariahos Operndebüt "L´Amour de loin" im Hinter- und Vordergrund die Strippen gezogen hatten. Die mittelalterliche Love-Story ohne Happy End zwischen dem berühmten Troubadour Jaufré Rudel und seiner angebeteten Prinzessin Clémence tourte so in der Inszenierung der Salzburger Uraufführung (2000), die noch Kent Nagano dirigiert hatte, weiter an das Opernhaus in Helsinki. Und wo Peter Sellars auch die Kamera-Regie für den jetzt vorliegenden DVD-Mitschnitt übernommen hat. Immerhin schafft er es wie kein Zweiter, mit schnellen Schnitten und radikalen Fokussierungen, dass man hautnah das ganze Ausmaß des leidvollen Schmachtens miterlebt.
Im Mittelpunkt dieses Zwei-Personen-Dramas, in dem ein rudernder Pilger die Vermittlung zwischen Mann und Frau, zwischen Orient und Okzident übernimmt, steht das enorm suggestive Bühnenbild von George Tsypin. Die beiden metallverkleideten und blinkenden Wendeltreppen, die sich schlossturmartig wie zwei Stränge einer DNA-Helix hoch schlängeln, und eine silbern-glänzende Wasserlandschaft sorgen für eine märchenhafte und gleichzeitig außergalaktische Landschaft, in der nur die Sehnsucht zählt. Zu diesen hochpoetischen Bildern passt Saariahos enorm feingliedrig und auch elektronisch zersplitterte Klangsprache nur bedingt. In der sängerischen Auslage findet man hingegen leichte Anklänge an die melismatischen Troubadour-Gesänge, die ohne großen darstellerischen Aufwand vor allem von Dawn Upshaw als Clémence zärtlich und glockenrein wieder erlebt werden.

Guido Fischer, 24.09.2005



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