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Christian Sinding

Sinfonien Nr. 1 bis 4

Norwegisches Radio-Sinfonieorchester, Ari Rasilainen

Finlandia/Warner Classics 0 685738 235728
(147 Min., 6/1998, 4/2000) 2 CDs

Klavierschüler und Wunschkonzert-Hörer (gibt es eigentlich noch Wunschkonzerte?) werden ihn durch seinen Evergreen "Frühlingsrauschen" kennen: Christian Sinding (1856-1941) war zu seinen Lebzeiten der renommierteste norwegische Komponist nach Edvard Grieg. In seinem langen Leben komponierte er neben Klavier-, Kammer- und Chormusik auch vier Sinfonien, die nun als Gesamteinspielung vorliegen. Die erste entstand 1890, die letzte wurde an Sindings achtzigstem Geburtstag uraufgeführt. Eine spürbare Entwicklung gibt es aber nicht.
Sinding hat seinen Stil offenbar sehr früh gefunden, und der ist vor allem von deutscher Musik beeinflusst. Brahms lässt deutlich grüßen in der Ersten Sinfonie, die in ihrer kernig zupackenden Art gelegentlich durchaus für sich einzunehmen weiß. Ab der Zweiten kommen dann noch Wagner und Strauss hinzu, die Instrumentierung wird dick und klobig, echte Inspiration findet man selten, es wirkt über weite Strecken wie ein Aufguss aus zweiter Hand. Das gilt besonders für die Vierte mit dem Untertitel "Winter und Frühling", die wie eine von Strauss in die Schublade gelegte Sinfonische Dichtung klingt.
Wohlgemerkt, es gibt in allen Werken schöne Stellen, nichts schmerzt, Liebhaber romantischer Orchestermusik dürften sich nicht gestört fühlen. Doch ob Sindings Sinfonien wieder zum Leben erweckt werden können, wage ich zu bezweifeln. Daran können auch Ari Rasilainen und das zuverlässig und klangschön aufspielende Orchester nichts ändern.

Thomas Schulz, 15.03.2001



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