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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Roy Harris, William Schuman

Sinfonie Nr. 7, Sinfonie Nr. 6

New Zealand Symphony Orchestra, Hugh Keelan

Koch International 0 99923 72902 0
(49 Min., 12/1994) 1 CD

Die, wenn man es böse ausdrücken will, "zweite Garnitur" der amerikanischen Sinfoniker ist bei uns nie so recht zur Kenntnis genommen worden. Sowohl Roy Harris als auch William Schuman (welch ein unglücklicher Name für einen Komponisten!) zählen zu dieser Generation. Wahrscheinlich ist die Musik der beiden zu wenig leicht als "typisch amerikanisch" zu kategorisieren, als dass in Europa je der Wunsch bestanden hätte, sich ihr zu widmen - und für Aventgarde-Anhänger ist das meisterliche, aber tendenziell konservativ solide Handwerk von Harris und Schuman schon gleich gar nichts. Dabei lohnen besonders Schumans Sinfonien die Beschäftigung - manche von ihnen klingen wie Copland auf Koffein -, und Harris' Dritte ist sogar die beste amerikanische Sinfonie überhaupt genannt worden, Leonard Bernstein hat sie zweimal aufgenommen.
Kenner der beiden Komponisten rechnen Harris' Siebte und Schumans Sechste zu den Meisterwerken ihrer Schöpfer, und wir dürfen uns freuen, sie nun auf CD begutachten zu dürfen. Der Zugang zu Harris fällt mir nicht leicht. Ich finde, dass seine Musik interessanter aufgebaut ist, als sie klingt. Harris' Nr. 7 variiert in knapp zwanzig Minuten ein Thema auf die mannigfaltigste Art, doch letztlich bleiben sich die Melodik und auch die pastosen, dickfleischigen Harmonien ziemlich gleich. Anders das Bild bei Schuman, dessen 6. Sinfonie, einsätzig wie die von Harris, ein differenzierteres Bild zeichnet, kontrapunktisch und instrumentationstechnisch einfallsreicher als Harris, auch ernster und weniger scharfkantig-stählern als Schumans andere Sinfonien.
Dass meine Reaktion auch auf dieses Werk genau wie auf das von Harris letztlich eher gedämpft bleibt, mag nicht nur an den Kompositionen liegen. Es wären sorgfältigere, engagiertere, besser vorbereitete Interpretationen denkbar, und klanglich gehört die Einspielung zum Undifferenziertesten, was ich seit langem gehört habe. Vielleicht hat man sich ja deswegen sieben Jahre für die Veröffentlichung der CD Zeit gelassen?
Wer die beiden Komponisten kennen lernen möchte, greife, wie stets bei derartigem Repertoire, lieber zu Bernstein. Im Rahmen der "Bernstein Centenary Edition" gibt es sowohl die Dritte Sinfonie von Harris, gemeinsam mit Werken von Diamond und Thompson, als auch die Sinfonien Nrn. 3, 5 und 8 von Schuman.

Thomas Schulz, 04.04.2002



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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