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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



Schatz um Schatz wird in der Reihe “Tesori di Napoli” von der Cappella de’turchini unter ihrem Dirigenten Antonio Florio ausgegraben. Bisher liegen 13 Einspielungen mit verschiedensten neapolitanischen Werken vor. Mit Numero 14 kommt “Pulcinella vendicato”, eine musikalische Farce in einem Akt, von Giovanni Paisiello zum Vorschein, den man heute meist nur noch für seinen “Il barbiere di Siviglia” kennt. Zu seiner Zeit, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, galt er jedoch als einer der führenden Komponisten der Opera buffa, die er zur Begeisterung seines Publikums häufig mit neapolitanisch-volkstümlichen Elementen anreicherte.
Die Geschichte, für die der Text-Dichter Francesco Cerlone Figuren aus der Commedia dell’Arte entlehnt, handelt von Pulcinella, der von seiner angebeteten Carmosina schmählich in Stich gelassen wird, als der vermögende Don Camillo um sie wirbt. In der unglücklichen Claudia, die ihrerseits von Don Camillo verlassen wurde, findet er eine Komplizin für seinen “Rachefeldzug”. Als die beiden schließlich in den Besitz eines Zauberstabs kommen, werden die untreuen Geliebten kurzerhand an dem Krater des Vesuv verbannt und heftigst getriezt ... bis schließlich alle ein Einsehen haben.
Die quirlige, originelle Komposition ist überraschend vielseitig. Man kann nur hoffen, dass sich bald ein Theater dieses Stücks annimmt. Die Musiknummern, vor allem die ausgesucht schönen Arien, sind es allemal wert. Auf der Bühne würden auch die Rezitative, die in der Aufnahme flott und temperamentvoll wiedergegeben sind, erst richtig zur Geltung kommen. Die Sänger überzeugen dabei durchweg mit äußerst flexiblen Stimmen. Beeindruckend ist auch die Leistung der Cappella de’turchini, die nicht nur ausgewählt instrumentiert ist, sondern auch sehr lebendig musiziert.
Zu empfehlen ist übrigens auch die Lektüre des dreisprachigen Booklets (orig./franz./engl.), denn selbst der gewiefteste Italienisch-Kenner wird seine Schwierigkeiten mit dem neapolitanischen Dialekt haben, dem das Stück einen Großteil seines Charmes verdankt.

Karin Dietrich, 02.03.2003



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