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André Previn

Lieder, Diversions

Barbara Bonney, Renée Fleming, Wiener Philharmoniker, London Symphony Orchestra, André Previn

DG 471 028-2
(57 Min., 5/2000, 6/2000) 1 CD

André Previn war immer schon ein guter Jazzpianist, zeitweilig Schöpfer ziemlich komplexer (manchmal auch nur: überladener) Filmmusiken, danach natürlich Dirigent in der Oberliga. Inzwischen scheint er sein Engagement auf den Bühnen der Welt etwas gedrosselt zu haben, um auch für die Oper und den Konzertsaal zu komponieren - "A Streetcar Named Desire" nach Tennessee Williams entstammt ebenso wie die Werke dieser CD den letzten sechs Jahren.
Und wer "Streetcar" kennt, hört auch: Diese Lieder zielen stilistisch auf die Oper hin, ihr Stil kulminiert sozusagen darin. "Sallie Chisum Remembers Billy The Kid" ist eine mal muntere, mal beklommene, mal einfach nur längliche Moritat aus dem Alten Westen, die "Vocalise" eher ein (allerdings effektvolles) Gelegenheitswerk, und die Blixen- sowie Dickinson-Lieder klingen wie die gute alte Americana von Aaron Copland, nur preziöser gezwirbelt, "raffiniert", gediegen bis erregt gesungen von den Damen Bonney und Fleming.
Das Hauptwerk auf dieser CD, "Diversions", wurde für die Wiener Philharmoniker komponiert, als Konzert für Orchester, verschiedene Instrumente desselben treten vor und verbeugen sich - das ist, trotz zweier ausufernd langsamer Sätze, so virtuos konzipiert, wie es gespielt wird, und hat von allem hier den meisten Pfiff. "Diversions" bedeutet "Zerstreuungen", das verblüfft allerdings: Die sind bei Previn nämlich ziemlich nachdenklich, introvertiert, sogar melancholisch. Sozusagen "Anti-Zerstreuungen", Sammlungen ...

Thomas Rübenacker, 10.05.2001



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