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André Previn, Leonard Bernstein

Violinkonzert "Anne-Sophie", Serenade (1954) nach Platons Gastmahl

Anne-Sophie Mutter, London Symphony Orchestra, André Previn

DG/Universal 474 500-2
(71 Min.) 1 CD

Kreisen wir zunächst das Gehörte ein bisschen ein! Grünberg konterte Heifetz’ Beschwerden über die spieltechnischen Schwierigkeiten des von ihm bestellten Konzertes mit den Worten: "You’re Heifetz, aren’t you?". Nehmen wir Hanslicks Bild von den "tönend bewegten Formen" hinzu, kommen wir "Anne-Sophie" vielleicht ein bisschen näher.
André Previn: "Zur Zeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ein anderer Interpret das Violinkonzert spielt, denn es ist in jeder Hinsicht auf Anne-Sophie zugeschnitten." - Anne-Sophie Mutter: "Es wird mir furchtbar schwer fallen, das Konzert loszulassen." - Es dürften keine Zweifel daran bestehen, dass die Eigenheiten des Konzertes nicht von den Fähigkeiten der Widmungsträgerin zu trennen sind.
Previn schuf "seiner" Solistin – als Komponist und als Dirigent - jede Gelegenheit, sich in mannigfachen Farben und schillernd "tönenden Formen" zu bewegen, "flüchtige Gestalten" aufscheinen zu lassen, Lust am Fabulieren zu genießen, geigerische Möglichkeiten auszuspielen, ohne sie dabei auch nur einen Moment einzuengen. Previn scheint Anne-Sophie Mutter die Möglichkeit gegeben zu haben, seine Vorstellungen durch die Interpretation nicht nur zu verifizieren, sondern gleichsam weiterzuspinnen. Dieses Potential schöpft Anne-Sophie Mutter in größter Freiheit aus!
Bernsteins Serenade kommt in größter Natürlichkeit und ohne jede Angestrengtheit oder Möchtegern-Posen daher, federnd, schwingend, spritzig-frech, melancholisch – Spielmusik, im besten Sinne unterhaltend bis mitreißend. Für Mutter-Fans ein Muss.

Wolfgang Wendel, 25.10.2003



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