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Anton Eberl

Sinfonien C-Dur, Es-Dur und d-Moll

Concerto Köln

Teldec/Warner Classics 3984-22167-2
(78 Min., 3/1999) 1 CD

Was das Concerto Köln in die Hand nahm, war bislang noch immer für eine Wiederentdeckung gut. Folglich íst angesichts dieser neuen CD des Ensembles zu vermuten, dass uns eine Renaissance des Mozart-Zeitgenossen (und -Schülers oder -Freundes) Anton Eberl unmittelbar ins Haus steht. Und das darf uns freuen. Denn zwar bestätigt der gebürtige Wiener Eberl in der C-Dur-Sinfonie, die er bereits als Zwanzigjähriger komponierte, noch alle Vorurteile des Epigonalen (tatsächlich wurde das Werk lange für eine Sinfonie Mozarts gehalten). Doch in seinen Sinfonien op. 33 und op. 34 stößt Eberl mit Hilfe erstaunlich innovativer formaler und stilistischer Mittel die Tür zur Frühromantik weiter auf als die meisten seiner uns bekannten Zeitgenossen. Tatsächlich wurde Beethovens "Eroica", als sie gleichzeitig mit Anton Eberls Es-Dur-Sinfonie zur Uraufführung gelangte, von Publikum und Kritik als das schlechtere der beiden Werke abqualifiziert.
Vor allem der zeitige Übergang zu dem, was man später als "frühromantisch" bezeichnete, lässt Eberls Spätwerk so besonders wirken: Da pflegt er mit starker Wirkung die Strategie der Überraschungen ebenso wie das Konzept großformaler Zusammenhänge - und findet für viele kompositorische Gedanken und Verläufe überraschend individuelle Lösungen. Am erstaunlichsten und im besten Sinne wundervollsten erscheint mir dabei die d-Moll-Sinfonie, die nicht nur das formal innovativste, sondern auch das spritzigste, humorvollste und am interessantesten instrumentierte Stück der Aufnahme darstellt. Das Hin und Wieder von abrupten Brüchen und weitgespannten Bögen ist hier enorm spannend. Eine CD mit Chancen auf die Nominierung zu meiner Lieblingsplatte des Monats.

Susanne Benda, 28.09.2000



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