Responsive image
George Enescu, Béla Bartók, Karol Szymanowski u.a.

Violinsonate Nr. 3, Erste Rhapsodie, Rumänische Volkstänze, Mythen op. 30 u.a.

Ida Haendel, Vladimir Ashkenazy, Ida Haendel, Ivor Newton, Alice Haendel u.a.

Decca 455 488-2
(1940 - 1947, 3/1996, 8/1996) 2 CDs

Ida Haendel, eine der letzten bei Flesch und Enescu ausgebildeten Violin-Heroinnen, nahm 1935 (!) an jenem legendären Wieniawski-Wettbewerb teil, bei dem Ginette Neveu vor David Oistrach den ersten Preis errang. Über sechzig Jahre später konzertiert sie noch immer mit ungebrochener Vitalität.
Bei dieser Aufnahme könnte die inhaltliche Seite glatt Nebensache sein, Hauptsache, man bekommt eine der absoluten Ausnahmegeigerinnen noch einmal zu Gehör! Spätestens gegen Ende der Enescu-Sonate wird man jedoch eines Anderen, eines Besseren belehrt: Die Musik und ihre Darstellung rücken ins Zentrum des Geschehens. Man fühlt sich an die musikalische Quadratur des Kreises geführt: Wir erleben zwei Musiker in Hochform, bis zur Rücksichtslosigkeit kompromisslos musizierend. Die Ergebnisse sind atemberaubend.
Enescus Sonate "dans la caractère populaire roumain" wird mit typischstem Rubato, tonfarblicher Auffächerung und allen rhythmischen Finessen spannend erzählt - und ohne jede verharmlosende Zurückhaltung bis zum Bersten gesteigert -, Szymanowskis "Mythen" und Bartóks Erste Rhapsodie erfahren absolut vergleichbare Interpretationen.
Ein Leckerbissen ist die Bonus-CD mit Ida Haendels Decca-Aufnahmen aus den vierziger Jahren. Hier sind eine Reihe von Aufnahmen versammelt, die inzwischen astronomische Antiquariatspreise erreicht haben. Ein Blick aufs Programm erübrigt jede Diskussion: Bartóks Rumänische Volkstänze (1947), Beethovens G-dur-Sonate (1941, mit Noel Mewton-Wood), Achrons Hebräische Melodie (1943, mit Idas Schwester Alice), Roxanas Lied und Notturno e Tarantelle von Szymanowski (1946/47).

Wolfgang Wendel, 23.03.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten von Johannes Brahms, dass er sich aus notorischem Selbstzweifel mit manchen Gattungen seiner Zeit so schwer getan hat. Andererseits war dadurch auch seine Kreativität herausgefordert, eigene Wege zu beschreiten. Am 18. Februar 1869, also vor fast genau 150 Jahren, wurde nach langen Umstellungen und Ergänzungen sein „Deutsches Requiem“ uraufgeführt. Erst auf den zweiten Blick offenbart das Werk, das dem 33-jährigen den Durchbruch verschaffte und bis […] mehr »


Top