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Marc-Antoine Charpentier

Musique sacrée

Vokalensemble Köln, Musica Antiqua Köln, Reinhard Goebel

Archiv-Produktion/Universal 474 507-2
(71 Min., 6/2003) 1 CD, mit Bonus-CD zum 25-jährigen Jubiläum des Ensembles mit Werken von Heinichen, J. S. Bach, J. C. Bach, G. C. Bach, Händel, Telemann, Vivaldi, 69 Min.

Als europäischer Fernseh-Zuschauer kennt man zumindest den Anfang einer Komposition von Marc-Antoine Charpentier, denn der Beginn seines Te Deums dient seit einen halben Jahrhundert als Eurovisions-Signet. Die Musica Antiqua Köln unter ihrem umtriebigen Leiter Reinhard Goebel hat nun eine CD mit anderen, weit weniger bekannten Kirchenmusikwerken des bedeutenden französischen Barockkomponisten eingespielt. Das gewichtigste und längste Werk auf der CD ist die "Messe pour plusieurs instruments au lieu des orgues", ein originelles, abwechslungsreiches Werk, bei dem, wie im Titel ausgedrückt, an die Stelle der sonst gebräuchlichen Orgel wechselnde Instrumentalbesetzungen für die Abschnitte treten, jeweils eingeleitet von den liturgischen Rezitationen im Chor - der einzige Einsatz des Vokalensembles Köln (leider mit geringem Bruch in der Akustik zwischen Vokal- und Instrumentalabschnitten).
Außerdem sind instrumentale Werke für unterschiedliche kirchliche Anlässe zu hören. Dass es sich hierbei um Musik für eine Kirchenraum handelt, Offertorien und Fronleichnamsmusiken, aber auch festliche Fanfaren, erschließt sich einem Hörer, der das Booklet nicht liest und erst nach der eröffnenden Messe einsteigt, nicht unbedingt. Da ist der Musica Antiqua Köln zu Recht zum Feiern zumute, da wird zupackend musiziert, deutlich artikuliert, bisweilen grazil, bisweilen mit federnder Leichtigkeit wie im "Concert pour quatre parties de violes" in Suitenform. Insgesamt eine erfrischende Entdeckungsreise in transparentem Klanggewand.
Aus Anlass des Jubiläums der Musica Antiqua hat die Grammophon auch noch eine Bonus-CD beigepackt, auf der Highlights von Bach etc. zu finden sind. Man kann 25 Jahre Entwicklung Revue passieren zu lassen und dabei nachzuvollziehen, wie der unverwechselbare Sound der Musica Antiqua Köln Interpretationsgeschichte geschrieben hat.

Peter Overbeck, 06.12.2003



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