Responsive image
Ernest Chausson

Le roi Arthus op. 23

Andrew Schroeder, Simon O'Neill, Susan Bullock, BBC Symphony Orchestra u.a., Leon Botstein

Telarc/Inakustic 080645
(166 Min., 12/2004)

Eine prachtvolle Ouvertüre mit Choral-Einsprengseln und klassizistischen Elementen eröffnet dieses großartige Spektakel um König Arthus, seine Frau Genièvre und ihren Geliebten Lancelot; nachdem die Liebschaft ans Tageslicht gekommen ist, vermag Lancelot seinem König nicht als Feind gegenüberzutreten und sucht den Tod auf dem Schlachtfeld.
Die prächtige Orchester-Attitüde begegnet im Verlauf des Werks vor allem in den instrumentalen Zwischenspielen wieder, während Chausson die Sänger in der Regel sehr filigran begleitet, dabei mittels harmonischer und instrumentaler Farben die einzelnen Personen und ihre Handlungen sensibel charakterisierend. Es wagnert bisweilen ganz gewaltig in dieser reizvollen Partitur von 1895; besonders "Tristan und Isolde" schimmert immer wieder einmal durch Chaussons Klangwelt hindurch.
Die Sänger der vorliegenden Aufnahme werden den Anforderungen ihrer Partien weitgehend gerecht: Der italienisch timbrierte Tenor Simon O'Neill reüssiert als Lancelot hervorragend, Susan Bullock als Genièvre hingegen überzeugt vor allem durch Ausdruckskraft, aber ihr Vortrag leidet Passagenweise aufgrund zu starkem Vibrato. Andrew Schroeder meistert die Klippen seiner hohen heldenbaritonalen Partie mit vollem körperlichen Einsatz nicht ganz anstrengungsfrei, aber durchaus beeindruckend. Brillant das BBC Symphony Orchestra unter dem erfahrenen Operndirigenten Leon Botstein. Insgesamt ein beflügelndes Opern-Erlebnis.

Michael Wersin, 19.05.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ironie, Satire, Persiflage: Es sind die wohl schwierigsten Kommunikationsformen überhaupt. Und noch mehr, wenn es um musikalische Kommunikation geht. Denn hier ist selten einfach das gemeint, was offensichtlich ausgedrückt wird, sondern meist eine Haltung des Komponisten dazu, sei es eine Distanzierung, eine Kritik oder einfach nur ein derber Spaß, den er sich erlaubt. Dmitri Schostakowitsch war ein Meister dieser unterhaltsamen Kunst der Zwischentöne. Sein erstes Klavierkonzert, das er mit […] mehr »


Top