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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Edward Confrey

Kitten On The Keys, Dizzy Fingers, African Suite u.a.

Eteri Andjaparidze

Marco Polo/Naxos 8.223826
(62 Min., 3/1995) 1 CD

Edward “Zez” Confrey (1895-1971) war in den zwanziger und dreißiger Jahren einer der erfolgreichsten weißen Klavier-Akteure des klassischen Ragtime, dem er durch Hits wie “Kitten On The Keys” oder “Dizzy Fingers” auch im weißen Amerika zu sagenhafter Popularität verhalf. Jetzt hat eine “seriöse” Pianistin, die aus Georgien stammende, in New York lebende Eteri Andjaparidze, eine gnadenlos attackierende Virtuosin mit besten russischen Referenzen, vierundzwanzig ausgefeilte Miniaturen Confreys in atembraubend virtuosen und teilweise aberwitzig rasanten Interpretationen wiederbelebt.
Dabei beschwört sie mit messerscharfem Anschlag fast die bizarre mechanische Aura jener alten Reproduktionsklaviere, die ja zu Confreys Zeiten in erster Linie seine Musik bekanntmachten, noch bevor es Rundfunk oder hochwertige Tonträger gab. Während also damals die Klavierautomaten die Existenz eines unsichtbaren Pianisten vortäuschten, versucht eine lebendige Pianistin von heute das kalte Herz solcher Rollenklaviere nachzuahmen, und es klingt ziemlich verwegen, was sie da mit ihren wieselflinken Fingern aus den Tasten zaubert.
Daneben enthüllt sie uns auch Confreys seriöse Ader mit einer Auswahl impressionistisch anmutender Genrestücke, die die große handwerkliche Raffinesse und sensible musikalische Fantasie dieses typisch amerikanischen Grenzgängers zutage fördern.

Attila Csampai, 28.02.1999



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