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Franz Danzi

Kammermusik mit Flöte

Wilbert Hazelzet, Les Adieux

Musicaphon/Disco-Center M 56825
(64 Min.) 1 CD

Seine Lebensdaten 1763-1826 verweisen Franz Danzi in die Übergangsepoche zwischen Klassik und Romantik, zwischen “objektiviertem” Formenkanon und subjektivem Ausdrucksstreben. An der hier eingespielten Kammermusik mit Flöte lässt sich die Brückenposition in nahezu jedem Quartett- und Quintettsatz vernehmen. In das romantische Jahrhundert weisen vor allem die langsamen Sätze, voran das poetisch-empfindsame, mit Seufzermotiven, “dunklen” Modulationen, charakteristischen Dissonanzen und bedeutungsschweren Generalpausen ausgestattete Andante des Quintetts op. 50/1 und die aus Nebelschwaden aufsteigende Larghetto-Einleitung des op. 50/2. Die Minuetti in ihrem traditionellen Dreier-Takt lassen demgegenüber noch Höfisch-Verzopftes erkennen, die in ihnen eingebetteten Trios wiederum mit ihren aparten Klangfarben gemahnen an den gefeiertsten deutschen Romantiker schlechthin, an Danzis Freund und Schüler Carl Maria von Weber.
In diesen chromatisiert-ausdrucksstarken Teilen wirkt Wilbert Hazelzets angenehm zurückhaltende, niemals dem Virtuosen huldigende Flötenkunst mit ihren wohlgestalteten Phrasierungen am nachhaltigsten. Die “restlichen” vier, auf Originalinstrumenten der Zeit spielenden Mitglieder des Ensembles “Les Adieux” passen sich dem verhaltenen Duktus des Solisten an, so dass eine nicht eben aufregende, gleichwohl liebenswürdige Kammermusik im besten Unterhaltungs-Sinn zu hören ist.

Christoph Braun, 30.04.1997



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