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Michael Daugherty

Jackie O.

Nicole Heaston, Stephanie Novacek, Eric Owens u.a., Houston Grand Opera Orchestra, Christopher Larkin

Argo/Decca/Universal 455 591-2
(79 Min., 3/1997) 1 CD

Michael Daugherty, Jahrgang 1954 und aus Iowa gebürtig, gehört zu der Generation vorwiegend amerikanischer Komponisten, die - Barrieren zwischen “E” und “U” ignorierend - Pop und Jazz ebenso selbstverständlich in ihr Vokabular integrieren wie die klassische Grammatik. Nichts dagegen, soweit es gut gemacht ist. Das Beiheft von Daughertys Oper “Jackie O” weckt in seinem Andy-Warhol-Design diesbezüglich hohe Erwartungen; zu den Protagonisten der Oper zählen Jackie und Ari Onassis, Liz Taylor sowie Warhol “himself”, und der Komponist nennt sein Werk eine “Pop-Oper” im Stil der späten sechziger Jahre.
“Dann mal los”, denke ich mir frohgemut - und werde bitter enttäuscht! Statt Pop oder gar psychedelischen Soundlandschaften erklingt hier über weite Strecken eine harmlose Kreuzung aus verwässertem Puccini und verwässerter Tanzmusik im Bar-Combo-Stil, von der die Tatsache, dass sie herkömmliche Musical-Kost immer noch überragt, das Netteste ist, was sich über sie sagen lässt. Über weite Strecken wühlt Daugherty lediglich in Klischees, und wenn er denn mal einen richtigen Ohrwurm gefunden hat, dreht er ihn solange durch den Wolf, bis man froh ist, wenn’s endlich zu Ende ist.

Thomas Schulz, 30.06.1997



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