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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Peter Maxwell Davies

Symphonie Nr.1, Points and Dances

Philharmonia Orchestra, The Fires of London, Simon Rattle, Peter Maxwell Davies

Decca/Universal 473 721-2
(71 Min., 8/1978, 12/1971) 1 CD

Offiziell könnte die Veröffentlichung dieser historischen Aufnahmen als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für Peter Maxwell Davies begrüßt werden. Da der Brite Davies aber tatächlich erst im September 2004 70 Jahre alt wird, ist die CD wohl der eigentliche Versuch, auf den profitablen Simon Rattle-Zug aufzuspringen. Schließlich ist Rattle nicht erst seit Amtsantritt bei den Berliner Philharmonikern bei der Konkurrenz exklusiv unter Vertrag. Von solchen Schallplattenmarkt-Weihen war Rattle 1978 jedoch noch weit entfernt, als er mit gerade 23 Jahren und dem Londoner Philharmonia Orchestra den symphonischen Erstling von Davies einspielte. Ein viersätziges Werk, das allerhand Durchstehvermögen und analytische Kraft erforderte. Davies spannt die Tradition mit Robert Schumann und Jean Sibelius in ein riesiges Koordinatensystem aus suggestiven Klangmassierungen, expressionistischen Farben und mikrostruktureller Rhetorik, die auf Davies' Beschäftigung mit Pierre Boluez zurückgeht.
Die Aufnahme bietet nicht nur ein Porträt des Komponisten Davies, der hier komplex und ausdrucksstark seinem Ruf als Neo-Konservativer widerspricht. Kaum zu glauben ist es, dass am Dirigentenpult ein frisch gebackener Twen stehen soll! Denn die Dimensionen dieser knapp einstündigen Symphonie macht Simon Rattle mit mitreißender Souveränität deutlich, die ständigen Perspektivwechsel behalten ihre Kontur ohne an Atem und Zugkraft einzubüßen. Vor einem Vierteljahrhundert war Rattle nicht etwa ein frühreifes, sondern ein ausgereiftes Phänomen. Glücklicherweise blieb bei der Aufnahme aber noch Platz für einige Tänze aus der Oper „Taverner" von Davies, die der Komponist 1978 dirigierte. In seiner Hommage an den englischen Komponisten John Taverner versetzte Davies die Gaillards und Pavanen in burlesken Taumel und in eine faszinierende Maskenhaftigkeit, die durchaus an Hans Werner Henze erinnert.

Guido Fischer, 13.09.2003



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