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Tan Dun

Tea

Orchester der Niederländischen Oper, Musiktheater Amsterdam, NHK-Sinfonieorchester, Tan Dun

DG/Universal (Reihe 20/21) 073 0999
(120 Min.) Oper + Bonus

Die japanische Teezeremonie ist außerhalb Japans ein hübsches, zur Vorführung in Museen beliebtes Ritual, das einen Eindruck von der japanischen Kultur vermitteln soll. Ob sich dabei vermitteln lässt, dass Tee für die Menschen im fernen Osten ein "Spiegel der Seele" ist? Der chinesische Komponist Tan Dun hat den Text zu seiner Oper mit dem Titel "Tee" selbst geschrieben. Inspiriert haben ihn die Bücher "Reise nach dem Westen", "Der goldene Lotus" und das "Buch des Tees". Zum entscheidenden Schlüssel aber wurde die Begegnung mit einer Nonne im südlichen China. Sie reicht ihr unbekannten Gästen zunächst eine leere Teeschale, um zur Begrüßung selber aus einer leeren Teeschale zu "trinken".
Tan Dun entwickelt für seine Oper eine Liebesgeschichte, in der der Kampf um das "Buch des Tees" zur Frage über Leben und Tod wird. Seine Texte sind in hohem Maße poetisch anregend. Die Musik mit ihrem großen Melodienreichtum und ihren langen Phrasen wirkt jedoch leicht ermüdend. Ungünstig wird dies durch die Position des Video-Zuschauers verstärkt, er sitzt hinter dem Publikum der Konzerthalle. Zu Beginn wird die Saal-Atmosphäre ganz weggeblendet, was dazu führt, dass man in den ersten Minuten eine Art gespenstische Pantomime beobachtet und auf großer Distanz zum Geschehen bleibt. Aus der Publikumsbegeisterung könnte man schließen, dass dies für die Besucher in der Suntory Hall ganz anders gewesen sein muss. Der Betrachter der DVD muss sich schon stark für das Thema interessieren, um das Geheimnis des Werkes zu ergründen. "Die Farbe zu hören, den Klang zu sehen, mit Lan Tee zu trinken, nicht aus Durst, sondern um die Wärme zu spüren und innere Räume zu berühren."

Margarete Zander, 23.04.2005



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