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Bohuslav Martinů

Konzerte für Violine(n) und Orchester

Wiener Symphoniker, Jan Posipal, Florian Zwiauer, Marcello Viotti

Arte Nova/BMG 74321 77635 2
(69 Min., 7/1999) 1 CD

Wunderschöne Liebeserklärungen sind das, die der tschechische Komponist Bohuslav Martinů verfasste: Liebeserklärungen an die barocke Form des Concerto grosso, die offenbar im europäischen Osten zu einer zweiten Blüte im 20. Jahrhundert gelangte. Dass Martinus 1937 komponiertes Duo concertant für zwei Violinen und Orchester heute kaum je gespielt wird und überhaupt über Spezialistenkreise hinaus nicht bekannt ist, muss man, wenn man diese Einspielung unter Marcello Viottis Leitung hört, ziemlich schade finden.
Zwar begibt sich Martinů in diesem Werk, das Entwicklung durch eine Art motivischer Zellforschung ersetzt, nicht dorthin, wo man gemeinhin die Höhe der Zeit auszumachen meint. Auch in den zwei weiteren Konzerten der Aufnahme, dem zweiten Violinkonzert und dem Konzert für zwei Violinen und Orchester, dominiert ein moderater, der neoklassizistischen Tonsprache verwandter Zugriff, der das Können der Solisten (wie auch des immer wieder solistisch geforderten Orchesters) ins Zentrum des Interesses rückt. Da hier die Solisten viel können, überzeugen in gleicher Weise Emphase und Feinarbeit.

Susanne Benda, 11.01.2001



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