home

N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



Responsive image
Denis Gaultier, Ennemond Gaultier, Jacques Gallot, Charles Mouton, Francois Dufaut u.a.

La belle homicide - Lauten-Stücke

Rolf Lislevand

naive/helikon harmonia mundi 8880
(62 Min., 4/2003) 1 CD

Unüberhörbar ist der Norweger Rolf Lislevand ein Schüler von der Ikone des Lautespiels, von Hopkinson Smith. Wie sein Lehrer kann Lislevand in aller Zurückgezogenheit, in der kammermusikalischsten Intimität riesige Räume gestalten und öffnen. Mit Zartheit und mit Geist, mit dem Sinn für den Charme, der hinter so manch musikrhetorischer Oberfläche schlummert, und für die sich stets unaufdringlich präsentierende Galanterie. Diese Erlebniswelten sind jetzt auf dem Album "La Belle homicide" nachzuempfinden, das in seiner Repertoire-Auswahl einen Querschnitt der französischen Lautenkunst des 17. Jahrhunderts bietet. Es sind Charakterstücke und Tänze von jenen Komponisten, die Hopkinson Smith vor über zwanzig Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Und die Lislevand in dem sagenumwobenen "Barbe-Manuskript" wieder entdeckte, einer Sammlung von Lauten-Liedern ohne Worte.
Ennemond Gaultier und sein Neffe Denis, Jacques Gallot, Charles Mouton und Francois Dufaut sind die klangvollen Namen, deren Lautenkünste eine ganze Epoche in eine melancholische Schwingung versetzten und die dabei ihre Spuren in den Airs de cour hinterlassen der Michel Lamberts und François Couperins sollten. Und was für eine kultivierte Gelehrsamkeit und poetische Tiefenwirkung besitzen diese Piècen, denen sich jetzt Lislevand so ganz ohne den Willen zur radikal authentischen Musikproduktion angenommen hat. Auf einer elfsaitigen Barocklauten-Kopie aus der Werkstatt von Stephen Murphy belebt Lislevand die kleinen, immer auch aristokratisch anmutende Gesten; führt er polyphones Kunsthandwerk mit edlen Gedanken zusammen, bei denen selbst die Verzierungen wundersame Anmut besitzen.

Guido Fischer, 24.01.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Im Mondschatten: Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond erkundeten, verbrachte Michael Collins, der dritte Astronaut im Bunde, pro Umrundung je 46:38 Minuten allein im Funkschatten des Erdtrabanten. Exakt so lang dauert auch dieses Album des Jazzpianisten Michael Wollny, der Parallelen zieht zwischen jenen historischen Ereignissen aus dem Jahr 1969 und der Corona-Pandemie. Die Einsamkeit ist hier der Konnex. So nahm Wollny, als die Welt aus den Fugen geriet, in Pandemie-bedingter, […] mehr


Abo

Top