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Leopold Godowsky

Klaviermusik Teil 7: Transkriptionen der Bach-Cellosuiten Nr. 2, 3 und 5

Konstantin Scherbakow

Naxos 8.22 5267
(72 Min., 10/2004) 1 CD

Mit klaviertechnischen Schwierigkeiten ist stets zu rechnen, wenn es um Musik von Leopold Godowsky geht: Der phänomenal begabte Klaviervirtuose erlangte seine aberwitzigen pianistischen Fähigkeiten praktisch im Selbststudium und revolutionierte dennoch - oder gerade daher - das Klavierspiel in der obersten Oberklasse des Diffizilen u. a., indem er es um einige schlimme Kunststücke bereicherte. Vor diesem Hintergrund nimmt sich das Repertoire der vorliegenden CD - Bearbeitungen dreier Cello-Suiten von Bach - sehr zahm aus, denn hier geht es eigentlich niemals um Geschwindigkeit, oft allerdings um stupende Voll- bzw. Weitgriffigkeit und strukturelle Vielschichtigkeit; immer wieder einmal wähnt man zwei Pianisten am Werk, und dies, obwohl doch die Vorlagen des Bearbeitungsprozesses weitgehend de facto einstimmig (wenn auch imaginär immer wieder mehrstimmig) gehalten sind. Es handelt sich in der Tat, wie Godowsky selbst angibt, um sehr freie Transkriptionen, angefertigt mit einem untrüglichen Gespür für die klanglichen Möglichkeiten des Klaviersatzes. Konstantin Scherbakow, der sich schon seit geraumer Zeit systematisch mit dem Werk Godowskys auseinandersetzt, interpretiert die Stücke mit der ihm eigenen, eher trockenen und durchsichtigen, aber nicht uncharmanten Art zu spielen; klare Strukturen sind ihm wichtiger als Klangzauber. Repertoirebedingt ist diese siebte Folge seiner Gesamtaufnahme von Godowskys Klavierwerken nicht ganz so spektakulär für den an pianistischen Abenteuern interessierten Hörer, gleichwohl aber eine wundervoll gelungene Umsetzung äußerst selten zu hörender Musik.

Michael Wersin, 30.06.2006



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