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Kurt Graunke

Lieder und Balladen

Regina Klepper, Sebastian Geyer, Oresta Cybriwski, Fritz Schwinghammer u.a.

Edition Sedina E.S. 115 CD
(51 Min.) 1 CD

Späte Blumen sind sie, die Lieder von Kurt Graunke, der im letzten Jahr seinen 85. Geburtstag feierte. Der in München lebende Komponist schrieb sie zwischen und nach der Arbeit an seiner großen Neunten Sinfonie (siehe Rezension), das letzte vollendete er im November 1999. Man erwarte von diesen Liedkomposition keine "moderne Musik". Graunke arbeitet, wie auch in seiner Orchestermusik, auf dem Gebiet der Tonalität, die zwar ausgeweitet, aber nie in Frage gestellt wird, und es gibt auch keine experimentellen Formen der Stimmbehandlung und Textausdeutung. Vielmehr wird der Weg, den Schumann, Brahms oder auch Pfitzner in ihren Liedern beschritten haben, individuell fortgeführt. Die Verwurzelung in der Welt der Romantik zeigt sich auch in der Auswahl der Gedichte – von Fontane, Eichendorff und Storm.
Trotzdem zeigen Graunkes Lieder, neben der meisterlichen handwerklichen Ausarbeitung, durchaus eigenes Profil, etwa im Kontrast zwischen sanglicher Melodielinie und chromatisch dichtem Klavierpart in Caspar David Friedrichs "Der Abend" oder in der harmonisch reichen Gestaltung des Orgelpunkts im Klavierpart von "An Dich". Hier zeigt sich: Es lässt sich auch auf dem Boden der Tonalität noch so viel Gültiges sagen. Freunde des Klavierliedes werden diese ruhige, nachdenkliche, im besten Sinne konservative Musik mögen, Avantgarde-Anhänger weniger. Interpretatorisch überzeugt vor allem Regina Kleppers klare und nuancenreiche Sopranstimme und ihre lupenreine Diktion.

Thomas Schulz, 19.04.2001



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