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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Giovanni Lorenzo Gregori, Alessandro Stradella

Concerti grossi a piú stromenti op. 2, Sinfonie e sonate

Capriccio Barockorchester

Capriccio/Delta Music 71091
(67 Min., 9/2005, 10/2005) 1 CD

Gerade im Bereich der Alten Musik wurde ja schon vieles ausgegraben, und vieles ist auch wieder sanft und kaum beweint versickert. Das junge Ensemble "Capriccio Basel" aber kommt nun mit einem Komponisten, der wohl in mehrerer Hinsicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Der Barockmeister Giovanni Lorenzo Gregori überlebte lange Zeit nur noch im Bewusstsein von Organisten, denen eine Bearbeitung von Gregoris "Concerto terzo" für die Orgel geläufig war. Diese Transkription stammt allerdings vom Weimarer Stadtorganisten Johann Gottfried Walther, eines Neffen und Kollegen von Johann Sebastian Bach. Deshalb, und auch aufgrund der Qualität der Kompositionen Gregoris, kann man davon ausgehen, dass sich Bachs Eindrücke italienischer Musik nicht nur auf Vivaldi, dazu sicherlich auch Albinoni und Torelli, sondern auch auf Gregori stützten. Auch wenn man schon im zweiten Concerto Grosso von Gregori spontan eher an Händel durch die Art und Weise erinnert wird, wie Gregori weite melodische Bögen spannt und darauf aus ist, sie emotional aufzuladen und die kunstvolle Verarbeitung nicht so sehr in den Vordergrund zu stellen scheint, so wird man im weiteren Verlauf doch eines Besseren belehrt. Gregori beherrscht den Satz meisterlich, bleibt dabei so elegant, beinahe französisch leichtfüßig, als ströme alles aus ihm wie natürlich heraus. Dabei spielt er mit unterschiedlichen Formen, variiert die Besetzung im logischen Zusammenhang mit dem musikalischen Verlauf, stellt für kurze Phasen Solo und Ensemble gegenüber, schöpft schier alle Möglichkeiten intelligent-farbiger Klangraumgestaltung aus. Und die Musiker des Ensembles "Capriccio Basel" sind mit hörbarer Neugier und Entdeckungsfreude bei der Sache. Dabei bewegen sie sich, trotz des anfänglich etwas scharfen Streicherklangs von beinahe Harnoncourt’scher Prägung, in einem klug gewählten Rahmen, übertreiben nie, auch wenn es ihnen noch so sehr in den Fingern jucken mag. Mit gleicher Umsicht nähern sie sich den Sonaten und Sinfonien von Alessandro Stradella, einem zwar hinreichend bekannten, aber doch noch für Überraschungen dienenden Meisterkollegen.

Helmut Mauró, 01.01.1970



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