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Gérard Grisey

Les espaces acoustiques

Pierre-André Valade, Ensemble Court-Circuit, Sylvain Cambreling, Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Accord/Helikon 206532
(87 Min., 1996 - 1998) 2 CDs

Der 1998 im Alter von zweiundfünfzig Jahren verstorbene Franzose Gérard Grisey gehörte zu einer Gruppe von Komponisten, die in ihrer Musik von den natürlichen Gegebenheiten des Obertonspektrums und die Möglichkeiten seiner Verarbeitung ausgingen. Mit heute modischer Oberton-Musik für die New-Age-Klientel haben Griseys Klänge jedoch nichts gemein. Sein sechsteiliger Zyklus "Les Espaces Acoustiques" weist am ehesten Bezüge zur Tonsprache Pierre Boulez’ auf. Das Werk ist in einer großen Steigerungsform konzipiert; den Beginn bildet ein Bratschensolo, es folgen Abschnitte in immer größeren Kammerbesetzungen, bis am Schluss das Orchester vollständig versammelt ist. Die Höhe des vierten Teils, "Modulations", mit seiner sehr suggestiven Klangpoetik erreicht der Zyklus jedoch nicht immer; manche Passagen stehen etwas beziehungslos nebeneinander. Trotzdem eine lohnende Hörerfahrung.

Thomas Schulz, 31.05.1999



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