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Lou Harrison

Doppelkonzert für Geige und Cello mit Gamelan-Ensemble, Klaviertrio

Mirecourt-Trio, Mills College Gamelan Ensemble

Music & Arts 0 17685 10732 0
(56 Min.) 1 CD

Was heute allgemein als "Weltmusik" berühmt oder berüchtigt ist, praktiziert der 1917 geborene amerikanische Komponist Lou Harrison bereits seit Jahrzehnten. Stil- und Kulturverschmelzung war in der Musik den USA nie ein Thema, und Harrison scheute sich auch nicht, 1982 ein Doppelkonzert für Geige und Cello zu schreiben, in dem die Solisten von einem Gamelan-Ensemble asiatischer Prägung begleitet werden. Da das Werk wie originale Gamelan-Musik klingt, erfährt der Hörer in Kurzform eine Einführung in jene geheimnisvolle Klangwelt, die schon Debussy und Ravel faszinierte. Ebenso gut könnte er sich allerdings eine echte Gamelan-Platte kaufen.
Profunder und reichhaltiger gibt sich das Klaviertrio von 1990, besonders dessen langsamer Satz, in dem gelegentlich jene unendliche amerikanische Weite zu spüren ist, wie sie die Werke Aaron Coplands prägt. Die Widmungsträger der Komposition, das Mirecourt-Trio, sorgen für authentische Interpretationen, und im Doppelkonzert ist sogar Harrison selbst an den Schlaginstrumenten zu hören.
Emotionale Tiefe indes, dunklere Bereiche gar, wird man in Harrisons Tonsprache vergeblich suchen. Gleichförmig, melodisch, ohne Höhepunkte, pendelt diese Musik vor sich hin, möchte gar nicht herausbrechen aus ihrem selbstgewählten Modus. Diese Klänge verstören niemanden, bleiben ruhig und ausgeglichen bis zum Schluss. Doch verhält es sich mit ihnen wie mit stets freundlichen Menschen: Irgendwann werden sie langweilig.

Thomas Schulz, 12.04.2001



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