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Pietro Locatelli, Francesco Maria Veracini, Michele Mascitti, Francesco Geminiani, Giuseppe Tartini

Italienische Sonaten

Fabio Biondi, Europa Galante

Virgin Classics/EMI 545 562-2
(70 Min., 9/2002) 1 CD

Im Barock führten nicht alle Wege nach Rom, sondern sie kamen von dort. Und das lag nicht etwa an der Macht der katholischen Kirche, sondern daran, dass in der "Ewigen Stadt" einer der einflussreichsten Komponisten wirkte: Arcangelo Corelli (1653-1713), "Erfinder" der spätbarocken Instrumentalformen Sonate und Concerto grosso; gleichzeitig Lehrer und Vorbild für jeden, der es als Komponist in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu etwas bringen wollte. Auf der neuen CD des Barockgeigers Fabio Biondi ist zwar nichts von Corelli zu hören, aber der Einfluss des Meisters schwingt immer mit, wenn man Musik seiner Schüler (ganz sicher Francesco Geminiani, wahrscheinlich Francesco Maria Veracini, eventuell Michele Mascitti und Pietro Locatelli) und seiner Bewunderer (Giuseppe Tartini) hört. Fabio Biondi und seine "Begleiter" musizieren hochvirtuos, mit Ecken und Kanten, musikantisch-erdig. Die Sonaten erfahren dank variabler Register im Continuo und ebenso flexibler wie fantasievoller und mutiger Verzierungen im Violinpart eine erstaunlich bunte Kolorierung. Besonders entdeckenswert: Die programmatische Sonate "Psyché" von Michele Mascitti aus dem Jahre 1714 nach dem antiken Mythos um die Geliebte des Amor. Leider verzichtet der Autor des Booklet-Einführungstextes auf die Erläuterung dieser Geschichte und verweist nur auf deren Beliebtheit um 1700.

Oliver Buslau, 19.07.2003



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