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Rolf Liebermann

Concerto für Jazz-Band und Orchester, Furioso, Medea-Monolog (Kantate) u.a.

Rachael Tovey, Alfons Grieder, Simon Nabatov, Konzertchor Darmstadt, NDR Bigband, Bremer Philharmoniker, Günter Neuhold

Naxos 8.55 5884
(64 Min., 6/2001) 1 CD

Trotz anstrengender Aufgaben als Opern-Manager in Hamburg und Paris hat sich Rolf Liebermann zwischendurch immer wieder einmal eine Auszeit von den Opern-Diven genommen, um mit erheblichem Erfolg zu komponieren. Seine Oper "Die Schule der Frauen" gehört zu den Klassikern der gemäßigten Moderne. Und auch in der Instrumentalmusik hat der 1999 mit 89 Jahren verstorbene Schweizer einiges erreicht. Besonders mit dem "Concerto für Jazz Band und Symphonieorchester", das seit der Premiere 1954 während des Avantgarde-Festivals in Donaueschingen als Paradebeispiel für das Miteinander von Jazz und symphonischer Klassik gilt. Als ob Arnold Schönberg und Leonard Bernstein gleichermaßen Pate gestanden hätten, zeigt Liebermann, dass den Modetänzen Jump und Boogie-Woogie die Blue Notes und Zwölftöniges durchaus stehen.
Woran Dirigent Günter Neuhold mit den bestens aufgelegten Philharmonikern aus Bremen und den Jazzern vom NDR in ihrer Neuaufnahme erheblichen Anteil haben. Dass Liebermann ein sympathisch experimentierfreudiger Komponist und eindringlicher Musikdramatiker gewesen ist, belegen glücklicherweise gleich vier Zugaben. Neben dem aufregend beweglichen "Furioso" für Orchester, der Kantate "Medea-Monolog" und der sinfonischen Fastnachts-Hommage "Geigy Festival Concerto" blieb noch Platz für "Les Echanges". Ein effektvolles Werk, das Liebermann 1964 für 156 Büromaschinen komponierte. Bei dem aber jetzt sieben Schlagzeuger die Schreibmaschinentasten und -schlitten fliegen lassen.

Guido Fischer, 04.05.2003



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