Responsive image
Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 6

Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Stanislaw Skrowaczewski

Arte Nova/BMG 74321 54456 2
(56 Min., 3/1997) 1 CD

Die Sechste von Bruckner ist so etwas wie ein weißer Rabe: Sie wurde nicht, wie ihre Vorgängerinnen, Revisionen unterzogen, weil ihre geradezu kammermusikalische Verdichtung keinen "Hebel" bietet für Straffungen oder Neubelichtung des Materials. Gerade das hat sie unpopulär gemacht – und wohl auch die Tatsache, dass sie in ihren Mitteln die avancierteste ist (Gustav Mahler schätzte sie besonders, dirigierte sie auch).
Stanislaw Skrowaczewski geht das Schwellenwerk mit dem Saarbrücker Rundfunkorchester sehr zielstrebig an, geradezu forsch, aber das hat seinen Sinn: Bruckner entwickelt hier nämlich nicht aus der Ruhe heraus, sondern das schon "fertige" Material explodiert gleichsam auf die Szene, ist, wie ein Kollege schrieb, "gestaute Energie". Solcher Elan muss nicht über Zusammenhänge hinwegtäuschen, die Bögen schwingen sich organisch, die Pausen befördern die Spannung, statt sie zu unterbrechen. Und das Orchesterspiel ist für eine solche Niedrigpreis-Veröffentlichung aller Ehren wert.

Thomas Rübenacker, 28.02.1998



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das Käuzchen ist nicht fortgeflogen! Heißt es in einer der programmatischen Überschriften aus Leoš Janáčeks zehnsätzigem Klavierzyklus „Auf verwachsenem Pfade” („On an Overgrown Path“). In tiefer Trauer über den Tod seiner Tochter Olga schrieb Janáček 1911 diese verrätselten wie kontrastreichen, autobiografisch deutbaren Miniaturen. Der Kauz, an der Oberfläche mit einer scheinbar friedlich anmutenden Choralmelodie in Musik gesetzt – und doch der Unheilsbote. Thomas Adès, […] mehr »


Top