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Johann Nepomuk Hummel

Klavierwerke

Howard Shelley

Chandos/Koch 0 95115 98072 9
(73 Min., 4/1999) 1 CD

Vielleicht erlebte Johann Nepomuk Hummel seine beste Zeit allzu früh – zwei Jahre lebte er in Mozarts Haushalt, half dem Komponisten schon als Neunjähriger beim vierhändigen Durchspielen neuer Werke. Sein Leben lang lag der Glanz mozartscher Melodik auch ein wenig über Hummels bescheideneren Erfindungen. Es gibt Komponisten, die nurmehr in den Lexika als Bindeglieder oder Wegbereiter großer Namen und Epochen überdauern. Das trifft sicher auch auf Hummel zu. Sein Schaffen ist eine Klammer zwischen Wiener Klassik und dem "stile brillante" des jungen Chopin.
In dieser Produktion mit Howard Shelley verwandelt sich solches Lexikonwissen in Töne. Die Es-Dur-Sonate op. 13, 1805 geschrieben, folgt ganz den Mustern der Klassik, mit einer Beethoven-nahen Breite im langsamen Satz und einer verflochtenen Polyfonie im Finale, die durchaus von Meisterstücken wie Mozarts Schlusssatz des Konzerts KV 459 angeregt zu sein scheint. Es ist ein durchaus gewichtiges, ernstes Stück unter Shelleys Händen. Zwanzig Jahre später hat sich Hummels Stil dann völlig verändert, bereichert um weit ausschwingende Kantilenen, um das ganze elegante Ornament feinster Verzierungen und glitzernden Laufwerks. Wir blicken in einen eleganten Salon, der Weg für Größere war bereitet, Liszt und Chopin konnten auftreten. Und Hummel wurde vergessen und sank in die Lexika ab.

Matthias Kornemann, 20.07.2000



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