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Wilhelm Killmayer

Drei verstreute Klavierstücke, Trois etudes blanches u.a.

Siegfried Mauser

Wergo/SMD WER 6618-2
(62 Min., 10/1994, 11/1996) 1 CD

Die Klaviermusik Wilhelm Killmayers ist auf ihre Art ebenso ungewöhnlich wie etwa die John Cages. Das Ungewöhnliche liegt hier jedoch im scheinbar Vertrauten. Die Werke, fast alle Anfang der neunziger Jahre komponiert, beschränken sich auf einen minimalen Tonvorrat, meistenteils auf die weißen Tasten des Klaviers. So entsteht eine reine, fast unschuldige Diatonik, deren Vergangenheitsbezüge in Vortragsbezeichnungen wie "Im Schumann-Ton" aufleuchten. Konflikte jedoch, wie sie auch die Musik der Romantik und Klassik prägen, finden kaum statt. Es gibt lediglich einzelne Irritationen, die das Gesamtbild einer freundlichen Naivität zwar gelegentlich relativieren, den Hörer indes nicht verschrecken. Gewöhnungsbedürftig ist im Gegenteil der bewusste Verzicht auf beinahe alles, was die Musik unseres Jahrhunderts geprägt hat. Killmayers Werke wirken wie die Rückkehr zu einem Anfang, den es nie gegeben hat.

Thomas Schulz, 31.05.1997



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