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Erich Wolfgang Korngold, Franz Schmidt

Suite op. 23, Klavierquintett G-Dur

Leon Fleisher, Joseph Silverstein, Joel Smirnoff, Michael Tree, Yo-Yo Ma

Sony SK 48253
(75 Min., 8/1991, 8/1993) 1 CD

Der Initiator aller großen Klaviermusik für die linke Hand war der einarmige Pianist Paul Wittgenstein, ein hochbegüterter Auftraggeber (die Einhand-Konzerte Ravels und Prokofjews sind vielleicht die spektakulärsten Beispiele), aber auch ein launischer und bisweilen grober Mensch. Nun ja, die Kunst geht nach Brot, und ohne Wittgenstein hätten wir all diese Werke eben nicht. Und Leon Fleisher, einst gefeierter “Beidhand”-Pianist, der mit George Szell einige Referenzaufnahmen schuf und dann, aufgrund einer mysteriösen Lähmung seines rechten Armes, gezwungen war aufzuhören - Leon Fleisher hätte nicht diese fantastische, vor allem couragierte “zweite Karriere” beginnen können, hätte es Paul Wittgenstein nicht gegeben.
Dass der Pianist und Mäzen nicht nur große Konzerte sponserte, sondern im häuslichen Rahmen (was heißt “häuslicher Rahmen”: Das war ein Palast!) auch Kammermusik spielen wollte, ist eigentlich klar; trotzdem handelt es sich bei diesen zwei Aufträgen um Raritäten, ich jedenfalls habe sie vorher noch nicht gehört. Beides sind äußerst reizvolle Sumpfdotterblüten einer Spätromantik, die, auch wenn sie bereits ins 20. Jahrhundert hineinragt, eigentlich nur als Fin de siècle bezeichnet werden kann.
Und sie sind von Fleisher mit einer Eleganz und Expressivität gespielt, die um so mehr bedauern macht, dass ihm nicht mehr die rechte Hand zu Gebote steht - für entlegene oder vergessene Zweihand-Literatur von Wert. Vom Rest des Ensembles lässt sich dasselbe sagen: Ausdruck und Eleganz, die Genauigkeit der Könner.

Matthias Kornemann, 31.01.1998



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