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Erich Wolfgang Korngold, Richard Strauss

Sextett D-Dur, Metamorphosen

Ensemble Oriol Berlin, Peter Rundel

Arte Nova/BMG 74321 81175 2
(60 Min., 6/1999, 2/2000) 1 CD

Strauss und Korngold: Aha, denkt man, zweimal Fin de siècle! Aber weit gefehlt, Strauss’ „Metamorphosen“ sind ein erschüttertes und erschütterndes Requiem aus dem vorletzten Jahr des Zweiten Weltkriegs, eine Lamentatio für 23 Solostreicher, ursprünglich „Trauer um München“ benannt: Mit „seinen“ Opernhäusern in München und Wien sah Strauss auch seine ästhetische Welt in Schutt und Asche sinken; am Ende zitiert er gar, gleichsam ein „Dennoch!“, den Trauermarsch aus Beethovens „Eroica“.
Das 1987 in Berlin gegründete Kammerorchester Oriol geht das immens anspruchsvolle Werk zu langsam an, zu spröde, es droht zu zerfallen; auch die Gewichtung der 23 Streicherstimmen untereinander will nicht immer organisch gelingen - es eint kein Atem die verschiedenen Gemütshaltungen des Werks, gegen Ende wird’s manchmal geradezu hektisch.
Unkomplizierter das Korngold-Sextett, vom Dirigenten Peter Rundel chorisch erweitert: Das genialische Werk des Noch-Teenagers Korngold oszilliert irgendwo zwischen Brahms und Schönberg, stellt aber den denkbar größten Kontrast dar zu den „Metamorphosen“ - und wird von Oriol sehr zutreffend klangsatt und expressiv gespielt. Keine Verunsicherungen mehr hier: Dieser Korngold schlägt ein staunenswert prächtiges Pfauenrad an Klang (auch gut aufgenommen).

Thomas Rübenacker, 05.04.2001



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