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Ernst Krenek

Streichquartette Nr. 1 und Nr. 7

Petersen-Quartett

Capriccio/Delta Music 61 015
(48 Min., 1/2002) 1 CD

Mit nur 21 Jahren schrieb Ernst Krenek ein Werk, das ihn in musikinteressierten Kreisen als eine Art "jungen Wilden" bekannt machen sollte: sein erstes Streichquartett von 1921. Der Eindruck ist heute kein anderer, und das spricht entschieden für die Qualität dieses Stücks. Krenek war stilistisch bereits ganz auf der Höhe der Zeit angekommen, sein Gesellenstück, mit dem er sich zugleich von seinem Lehrer Franz Schreker distanzierte, ist stark polyfon durchgearbeitet und bietet einen ganz unmittelbaren und atmosphärisch reichen Eindruck - genau das, was das Petersen-Quartett hier vermittelt.
Von 1944 stammt das siebte Quartett Kreneks. Es ist ebenfalls sehr polyfon gedacht, mit einer Tripelfuge im dritten Satz. Doch während die Polyfonie beim frühen Krenek die Zeichen intellektuellen Spiels trägt, ist sie hier substanzieller. Grundlage der Komposition bildet eine Zwölftonreihe, und Krenek, der die Zwölftontechnik anfangs kritisiert hatte, ist in diesen Jahren sogar auf dem Weg zur seriellen Musik.
Das Petersen-Quartett, das für seine Interpretationen der klassischen Moderne schon einige Kritikerpreise bekommen hat, spielt auf dieser CD ergreifend schön und ganz im emphatisch-modernen Sinne der Werke. Hier verleihen die Musiker dem jungen Überschwang mit wildem Drängen Ausdruck, dort wird eine drückende Stimmung mit intensiven Streichertönen gemalt. Es ist ein durchdachtes Spiel, das während der Ausführung die Spontaneität des Augenblicks spüren lässt und diese Aufnahmen zu einem Erlebnis macht.

Matthias Reisner, 15.02.2003



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