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Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 3

Wiener Philharmoniker, Carl Schuricht

Preiser/Naxos 90409
(55 Min., 12/19965) 1 CD

Heute ist er fast vergessen, doch er war einer der großen Interpreten des deutschen romantischen Repertoires, insbesondere der Musik Anton Bruckners: Carl Schuricht. Wie ungerecht die momentane Vernachlässigung Schurichts ist, zeigt diese Einspielung von Bruckners Dritter. Dass der Dirigent zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits fünfundachtzig Jahre alt war, mag überraschen – besonders diejenigen, die in ihm einen Repräsentanten eines altmodischen Vorkriegs-Dirigierstils sehen.
Schurichts Interpretation des Werks überzeugt durch entspannte Souveränität; trotz zügiger Tempi – vor allem im Kopfsatz – entsteht nie der Eindruck einer allzu straffen Sachlichkeit, mit der oft versucht wird, Bruckner zu "entmystifizieren”. Alle Details erklingen mit Ruhe ausmusiziert, aber ohne Behäbigkeit; die Transparenz der Stimmführung ist mustergültig, besonders in den Ecksätzen; auch sonst eher selten gehörte Nebenstimmen kommen zu ihrem Recht, ohne dass sich der Eindruck einer interpretatorischen Seziertätigkeit aufdrängte. Zu Schurichts organisch fließender Musizierweise passt denn auch, dass das Scherzo hier von aller aufstampfenden Dämonik entkleidet wird: Schade vielleicht, doch es trägt zur großen Einheitlichkeit dieser auch mit einem warmen und präsenten Klangbild auch technisch sehr gelungenen Aufnahme bei.

Thomas Schulz, 27.01.2000



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