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Johann Sebastian Bach, Rodion Schtschedrin, Eugène Ysaÿe

Sonate BWV 565, Echo-Sonate, Balalaika, Violinsonaten op. 27 Nr. 2, 3, 4, 6

Maxim Vengerov

EMI 5 57384 2
(61 Min.) 1 CD

Maxim Wengerow will Bachs Sonate (Toccata und Fugue) BWV 565 für Violine solo (Transkription von Bruce Fox-Lefriche) "durch die Verwendung eines barocken Instrumentes einen Hauch historischer Praxis" verleihen. In Geminianis Buch "The Art of Playing on the Violin" heißt es: "Halbgebildete Leute, die nicht viel wissen, fragen vielleicht, ob es möglich ist, mit Holz und Draht etwas Bedeutendes auszudrücken. Sogar in der Umgangssprache kann ein Unterschied im Tonfall demselben Wort eine andere Bedeutung geben" ...
Wengerows extreme physiologische Reflexe mögen bei Ysaÿes Sonaten (op. 27 Nr. 2, 3, 4, 6) punktuell staunen machen, doch hat man die Verblüffung hinter sich, schält sich pure geigerische Kraftmeierei ohne übergreifendes Dispositionsvermögen heraus. Frank Peter Zimmermann oder Victor Pikaisen haben zu den Innendimensionen der Sonaten Maßstäbliches hinterlassen.
Zum Konzertmitschnitt von Schtschedrins "Balalaika" sei Charles Ives zitiert: "Seht sie euch an, diese Handlungsreisenden in Musik! In ihren Gesichtern werdet Ihr mehr Bewegung finden als in ihrem Spiel!" - Publikumsgelächter lässt uns hier mit den Ohren sehen.

Wolfgang Wendel, 12.12.2002



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