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Gaetano Donizetti, Gioachino Rossini, Giuseppe Verdi u.a.

Arien

Roberto Saccà, Radio-Sinfonieorchester Pressburg, Ivan Anguélov

Arte Nova/BMG 74321 89429-2
(60 Min., 9/2001, 6/2002) 1 CD

Zuerst und vor allem fehlt es Roberto Saccà an Fokus. So ist der Sänger fortwährend mit der Kontrolle seiner Stimme beschäftigt, seine Interpretationen von Donizetti bis Puccini sind entsprechend konventionell. Mit einer Ausnahme: Das Ständchen "Se il mio nome" des Grafen Almaviva aus Rossinis "Barbiere" - auch wenn diese fast ein Jahr nach den übrigen Stücken eingespielte Arie den Sänger in stimmlich angegriffener Verfassung zeigt.
Elegisch und gleichzeitig viril evoziert Saccà hier die Stimmung in einem venezianischen Palast: die entrückte Trauer über die endgültige Leere angesichts einstiger Grandeur. Dies ist nicht nur an sich sehr reizvoll, sondern wertet auch die Figur des Almaviva auf, weil dessen traditionelle Leichtigkeit vor diesem Hintergrund noch mehr als künstliches, geistreiches Spiel erscheint.
Mit dem Radio-Sinfonieorchester Bratislava unter Ivan Anguélov scheint sich Saccà ansonsten darauf verständigt zu haben, auf die große Geste zu setzen und sich mit Kleinigkeiten nicht länger aufzuhalten. Was man bei Saccà vermisst, ist jener Klassizismus der Stimmführung, die Ebenmäßigkeit der Stimmbildung sowie eine gewisse auf Einfachheit setzende Eleganz, die die großen lyrischen Tenöre von Tito Schipa bis Alfredo Kraus auszeichnete. Etwas mehr Klarheit und Raffinesse wären für die Interpretation der Arien aus "Die Regimentstochter", "Lucia di Lammermoor", "Der Liebestrank", "Rigoletto" oder "La Traviata" überzeugender als so mancher forcierte lange Spitzenton. Bei den Ausflügen ins veristische Repertoire (Puccini, Cilea) fallen die technischen Probleme Saccàs weniger ins Gewicht.

Cornelia Wieschalla, 02.03.2003



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