Responsive image
Georges Bizet, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini, Gioachino Rossini, Giuseppe Verdi

Ramón Vargas - Between Friends

Ramón Vargas

RCA/BMG 82876 54343-2
(54 Min., 7/2003, 8/2003) 1 CD

Es beginnt mit dem Männerminne-Duett schlechthin. Auch wenn die beiden nicht einander lieben, sondern nur dieselbe Frau: "Au fond du temple saint" aus Bizets "Les Pêrcheurs de perles" bleibt eines der effektvollsten Schmachtsahnestückchen der französischen Opernliteratur, und es ist kein schlechter Einstieg in Ramón Vargas’ neues Album "Between Friends".
Warum das so heißt? Nun, “Opernduette und -szenen” klingt einfach so schrecklich altmodisch, so gar nicht heutig und so gar nicht cool. "Between Friends" dagegen könnte auch ein Pop-Album sein. Außerdem erinnert es an "Pavarotti and Friends", vielleicht lassen sich damit zwei, drei CDs mehr verkaufen.
Also Freundschafts-Szenen im weitesten Sinne (seit wann sind Elisabetta und Don Carlo "Freunde"?). Die Kumpels heißen in diesem Fall nicht Sting oder Elton John, sondern Vesselina Kasarova, Miriam Gauci, Barbara Lavarian, Vassily Gerello, Leo Nucci und Roberto Frontali. Kein Crossover, alles Oper. Ein Showcase für den mexikanischen Tenor, der hier das Spektrum seines Könnens auffächern soll und kann. Egal ob Bizets Nadir, ob Donizettis Nemorino, Verdis Carlo und Alvaro, Puccinis Rodolfo oder Rossinis Almaviva: Ramon Vargas singt das schön, sehr schön und durchaus nuancenreich. Ein nettes, hübsches, gut gemachtes Album, Freunde eingeschlossen. Nur: Unter die Haut geht das nicht. Es fließt halt so dahin. Auch beim zweiten und dritten Hören.

Jochen Breiholz, 24.04.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Nun gibt es sie also, die erste offizielle Barock-CD (oder sogar generell?!) zur Coronakrise. Zumindest für das Coverfoto posiert die Lautten Compagney Berlin im Mundschutz, den man bei den Proben freilich auch in enger Kreisaufstellung nicht trug, wie die übrigen Fotos belegen. Hier soll der Bezug zur Krise die schon früher geborene Idee eines Bach-Albums brachial aktualisieren, wobei Bachs Musik durch diese Verengung auf COVID-19 nicht unbedingt gewinnt, so fundamental ist seine […] mehr »


Top