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Heitor Villa-Lobos, Federico Moreno Torroba, Joaquín Turina, Isaac Albéniz, Manuel de Falla

Popular Classics For Spanish Guitar

Julian Bream

RCA/SonyBMG 88697 04606 2
(42 Min., 11/1962, 12/1962) 1 CD

Noch nicht einmal 30 Jahre alt war Julian Bream, als er 1962 ein Rezital einspielte, das sich bis auf den Brasilianer Heitor Villa-Lobos tatsächlich ganz und gar der spanischen Gitarrentradition widmete. Und auf dem Programmzettel standen mit Torrobas "Madroños", Turinas "Homenja a Tárrega" und Bearbeitungen aus Albéniz "Suite española" damals noch ziemlich unverbrauchte Stücke. Und als erster wirklicher Gitarrenstar (trotz Segovia) legte Bream damit das Interpretationsfundament, an dem sich seitdem die nachfolgenden Gitarristengenerationen orientiert haben. An Breams farbliches Raffinement und an seine nie zur Schau gestellte Virtuosität bis hin zur hochsensiblen Anschlagskultur sind bislang aber die wenigsten nur annähernd herangekommen. Daran wird sich wohl auch zukünftig nicht viel ändern – angesichts des Referenzstatus der nun wiederveröffentlichten und klangtechnisch wohldosiert durchgeputzten Einspielung. Für die auf anspringende Klangbrillanz geeichten Ohren werden diese historischen Aufnahmen zunächst verstörend wirken. Soviel Räumlichkeit mit entsprechendem Nachhall ist man schließlich nicht mehr gewohnt. Doch die Audiofetischisten müssen schon ziemlich verbohrt sein, wenn sie dem vollen, runden und singenden Ton sowie dem Gestaltungsreichtum des Orpheus Bream nichts abgewinnen können. Allein wie er Albéniz´ "Granada" zu einem schwebend leichten wie gedankenverlorenen spanischen Lied ohne Worte macht, ist genauso ein Erlebnis wie der unverwechselbar mit allen spieltechnischen Finessen inszenierte Klagegesang "Homenaje – Le tombeau de Claude Debussy" von Manuel de Falla. Große Musik ist das – dank eines großen Musikers.

Guido Fischer, 02.06.2007



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