Responsive image
Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 5, Sinfonie Nr. 4

NDR Sinfonieorchester, Günter Wand

RCA/BMG 74321 93041 2
(10/2001, 11/2001) 2 CDs, 2 CDs - eine mit Interview

"Vermessen", eigentlich gar "albern" sei es, wenn die Berliner Philharmoniker mit einem Mann seines Alters Pläne für 2002 und 2003 machen wollten, sagte Günter Wand in seinem letzten Interview vom November 2001, das ausschnittweise auf dieser CD wiedergegeben ist. Inzwischen wissen wir, dass sein Einwand mehr als berechtigt war, denn er hat tatsächlich keines der ab 2002 geplanten Konzerte mehr dirigieren können.
Im Gespräch mit seinem Biografen Wolfgang Seifert hören wir Wand hier noch einmal über sein Arbeitsethos und manches andere erzählen; sein skurriles Wuppertaler Idiom, das er nie abgelegt hat, steht dabei in unterhaltsamem Spannungsverhältnis zu jenen einfach und unprätentiös formulierten, aber nur mit eiserner Disziplin und niemals versiegender Inspiration durchzuhaltenden Maximen, die Wands Arbeitsalltag bis zuletzt geprägt haben.
Außerdem erlebt der Hörer an Hand der beiden letzten Aufnahmen Günter Wands, wozu dieser auch im hohen Alter noch fähig war: Makellos brachte er mit dem NDR-Sinfonieorchester Ende Oktober 2001 Schuberts Fünfte und Bruckners Vierte zu Gehör. Mit faszinierender Selbstverständlichkeit entfalten sich die Werke aus ihren motivischen Keimzellen, ergibt sich ein Baustein aus dem anderen. Auch diese letzten Tondokumente lassen nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass mit Günter Wands Tod am 14. Februar 2002 eine ganz unverwechselbare, höchst eigenständige Art des Musizierens vergangen ist.

, 11.04.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Nun gibt es sie also, die erste offizielle Barock-CD (oder sogar generell?!) zur Coronakrise. Zumindest für das Coverfoto posiert die Lautten Compagney Berlin im Mundschutz, den man bei den Proben freilich auch in enger Kreisaufstellung nicht trug, wie die übrigen Fotos belegen. Hier soll der Bezug zur Krise die schon früher geborene Idee eines Bach-Albums brachial aktualisieren, wobei Bachs Musik durch diese Verengung auf COVID-19 nicht unbedingt gewinnt, so fundamental ist seine […] mehr »


Top