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Diverse

Absolute Mix

Absolute Ensemble, Kristjan Järvi

CC’nC Records/In-Akustik 00702
(52 Min.) 1 CD

Tod und Teufel, diese Bande gibt wirklich Vollgas, dass es nur so kracht. Der wüste Einleitungssatz aus Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 1 lässt sogleich keinen Zweifel, welch rauher Wind hier weht, und die folgenden Stücke erfüllen dieses Versprechen: Witzige, oft aggressive zeitgenössische Musik fern aller akademischer Drögheit.
Da lässt Michael Daugherty in "Sing Sing" den berüchtigten FBI-Chef J. Edgar Hoover zu verzerrten Streichquartettklängen und Sirenengeheul rappen, James MacMillan kreuzt in einem musikalischen Porträt des Dichters T. S. Eliot altenglische Consortmusik mit Foxtrot-Rhythmen (Maxwell Davies lässt grüßen) und das "Roadrunner"-Finale aus John Adams’ Kammersinfonie setzt zu einer irrwitzigen Verfolgungsjagd an. Das Absolute Ensemble legt dabei eine derart kriminelle Energie an den Tag, dass selbst gestandene Avantgarde-Interpreten wie das Ensemble Modern oder das Kronos-Quartett dagegen alt aussehen.
Wie um zu beweisen, dass es nicht nur den wildgewordenen Handfeger geben kann, überrascht das Ensemble am Schluss mit einer sehr dezenten Interpretation der Kammermusikfassung von Debussys "Prélude à l’après-midi d’un faune", die von Benno Sachs für Schönbergs "Verein für musikalische Privataufführungen" hergestellt wurde. Eine bessere Visitenkarte für diese Musiker ist schwer vorstellbar. Angesichts der etwas mageren Spielzeit der CD stellt sich allerdings die Frage, warum teilweise nur einzelne Sätze präsentiert werden und nicht die vollständigen Werke; der Hindemith wäre bestimmt noch unterzubringen gewesen.

Thomas Schulz, 20.04.2000



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