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Cecilia Bartoli, Bryn Terfel: Cecilia & Bryn

Cecilia Bartoli, Bryn Terfel, Orchester der Akademie St. Cecilia Rom, Myung-Whun Chung

Decca/Universal 458 928-2
(54 Min., 7/1998) 1 CD

Die PR-Welle rollte mächtig, die Fotos im sommerlich heißen Rom mit den eisschleckenden Protagonisten wurden prächtig, und zumindest bei der Verführungszene Don Giovanni/Zerlina ist die Anleihe von der Schönen und - pardon - dem Biest denn doch gerechtfertigt. Aber eigentlich war der Rummel nicht nötig, denn Bartoli und Terfel benötigen nur ihre Stimmen, um auch den letzten Opernskeptiker für sich einzunehmen.
Selten gelingt es einem Sammelprogramm mit solch kurzen Opern-Auszügen, derart packend die ganze Szenerie und Grundstimmung der Werke einzufangen wie hier. Denn die schöne Bartoli und der Pfundskerl Terfel haben nicht nur famose Gurgeln, sie können auch herrlich schauspielern. Ob als kokettierende Susanna und eifersüchtiger Figaro, als verlegene Dorabella und schauspielernd liebeskranker Guglielmo: Mozarts Witz und heikle Situationskomik ist mit beiden Händen zu greifen. Auch wenn der Bassbariton Terfel als kindlicher Papageno eine Spur zu massig daherkommt (und die Bartoli mit der kinderselig plappernden Papagena Artikulationsprobleme hat) - vor dem Geturtel “Là ci darem la mano” des Don Giovanni muss sich Cecilia denn doch in acht nehmen, denn so sanft säuselnd wie bei Terfel wird Zerlina selten in die Falle gelockt.
Bei den Ausschnitten aus Donizettis “Liebeselixier” sowie dem “Barbier von Sevilla” und der “Italienerin in Algier” von Rossini darf sodann eine komödiantische Buffo-Leichtigkeit par excellence mit Bartolis überragender Koloraturkunst genossen werden. Nicht erst hier wird deutlich: Dem Idealpaar steht in Myung-Whun Chung ein ebenbürtiger hellhöriger Orchesterleiter zur Seite. Die Häppchen machen große Lust auf die Gesamtaufnahmen, auch und gerade unter seiner elektrifizierenden Stabführung.

Christoph Braun, 28.02.1999



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