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Diverse

A Window In Time (2)

Sergei Rachmaninow

Telarc/In-Akustik CD-80491
(62 Min., 1919 - 1929) 1 CD

Mit einer Séance hat es nichts zu tun, da sprechen die Geister meist nebulös. Hier aber klingt ein lange schon Toter (seit 1943), wie er auf Tonträger nie geklungen hat, abgesehen von der ersten CD “A Window In Time”, dort spielte Rachmaninow noch Rachmaninow.
Nun präsentiert der Amerikaner Wayne Stahnke mit seinem erstaunlichen Digitalisierverfahren, das alte Klavierwalzen klingen lässt, als seien sie gestern erst aufgenommen, die zweite Rachmaninow-CD, diesmal voller Fremdwerk. Das sind, der begrenzten Laufzeit von Klavierwalzen wegen, vorwiegend Zugaben und auch die eine oder andere Schmonzette, aber so uneitel präsentiert, dass Übersättigung nicht eintritt: Von der quirligen Etüde Adolf Henselts, “Wenn ich ein Vöglein wär”, gespielt mit souveränster Lässigkeit, über die zart pointierte Sarabande aus Bachs Partita Nr. 4 hin zum raumgreifendsten Werk, dem b-Moll-Scherzo Chopins, bald zehn Minuten lang und von Rachmaninow mit wahrhaft artverwandter Klangfantasie inszeniert, gleichwohl “nüchtern” in den Schroffheiten wie in der Kantilene. Einer der größten Pianisten unseres Jahrhunderts - jetzt braucht man es uns nicht mehr zu erzählen. Dank Wayne Stahnke erzählt Rachmaninow selbst.

Thomas Rübenacker, 31.03.1999



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