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Steven Isserlis - Cello World

Steven Isserlis, Thomas Adès

RCA/BMG 09026 68928 2
(74 Min., 9/1992, 3/1997, 6/1997) 1 CD

Eine Liebeserklärung an zwei: den Widmungsträger der CD, Isserlis’ achtjährigen, ebenfalls schon cellospielenden Sohn Gabriel - und an das Instrument selbst. Es wird in seinem ganzen Ausdrucksradius erforscht, von der Bass- bis zur Sopranlage (!), und es spielt viele Rollen: Esel oder Elfe, Schwan oder “Schwarzer Schwan”, Sänger und Tänzer. Um den größten Rollendichter zu paraphrasieren: “Die Welt ist kein Cello - aber das Cello ist eine Welt.”
Zwar sind’s nur Zugaben, kleine Stücke von unterschiedlicher Qualität, Schumann steht neben David Popper (Cellovirtuose und Gelegenheitskomponist), Skrjabin neben dem weithin unbekannten Georgier Sulkhan Tsintsadze: Aber alle zusammen präsentieren sie Isserlis’ “Weltsicht”, geprägt von kantabler Schönheit, brillantem Funkenwerk oder auch keckem Witz - und über allem von der menschlichen Qualität der Cellostimme.
Das mit dem “Esel” darf wörtlich genommen werden: In Hubert Léonards “Donkey & Driver” lehnt das Instrument grell sich auf wie ein störrisches Muli. Das mit den “Elfen” auch: Popper läßt sie tanzen. Der “Schwan” schwimmt natürlich mit im “Karneval der Tiere” von Saint-Saëns, der “Schwarze Schwan” dagegen im seichteren Gewässer eines Villa-Lobos. Isserlis setzt, der verschiedenen Klangcharakteristika wegen, seine beiden Celli ein, das robustere Montagnana wie das zartere Guadagnini - in einem Duo von Bohuslav Martinus sogar beide, nein: nicht gleichzeitig, aber dank Playback klingt es so! Wer den besten lebenden Cellisten noch nicht gehört hat, könnte mit dieser Aufnahme anfangen; für seine Verehrer ist sie wunderbare “Zugabe” und Bekenntnis zugleich.

Thomas Rübenacker, 31.05.1998



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