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Diverse

Verismo

José Cura, Philharmonia Orchestra

Erato/Warner Classics 3984-227317-2
(76 Min., 7/1999) 1 CD

Man sollte auch mal fünf gerade sein lassen. Dass sich der Verismo-Begriff nicht erschließt (diese Naturalismus-Form will ja Milieu ganz lebensnah abbilden), wenn man die berühmten Ohrwürmer extrahiert wie hier - geschenkt. Und dass es musikgeschichtlich doch recht fragwürdig ist, Alfredo Catalani mit dem Verismo-Begriff in Verbindung zu bringen, auch geschenkt.
Doch wenn sich José Cura in Personalunion als Dirigent und Sänger an die berühmtesten Arien des italienischen Repertoires wagt, dann misst er sich kühn mit großen Interpreten. Und die Erinnerung an einen Mario Del Monaco kann man eben nicht ausblenden. Wenn man „Vesti la giubba“, die Bajazzo-Arie mit dem Caruso-Schluchzer am Ende hier hört, muss man zugeben, dass Cura weder über eine Jahrhundertstimme noch über herausragendes psychologisches Raffinement verfügt.
Dass Curas Tenor in der Mittellage relativ eng und gedrückt wirkt, hört man in der herrlichen Arie des Andrea Chénier „Come un bel dì di maggio“ - und wenn es darin am Ende gilt zu glänzen, scheppert seine Stimme beunruhigend. Der Mann ist siebenunddreißig! Wird er so lange wie Carlo Bergonzi aushalten?

Matthias Kornemann, 31.05.2000



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