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Louis Spohr, Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Maria von Weber, Gioachino Rossini

Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 4, Konzertstücke Nr. 1 und 2, Introduktion, Thema und Variationen, Concertino op. 26

Sharon Kam, MDR Sinfonieorchester, Gregor Bühl

Berlin Classics/Edel 0017792BC
(61 Min., 4/2005) 1 CD

"Ich kann so zärtlich sein, ich gebe nach - doch wenn man mich kränken will, wie eine Viper kann ich sein. Und tausend Schelmerein und tausend Neckerein hab ich im Sinn!" Fehlt nur der Text, und Sharon Kam könnte als Rosina in Rossinis "Barbier von Sevilla" auf der Bühne triumphieren. Schnippisch-bravourös schießen ihre Hochpräzisionskoloraturen aus mädchenhaft-unschuldigem Legato heraus - denn virtuose Romantik wie diese ist eine der großen Stärken der jungen Klarinettistin. Ausgerechnet dort, wo die technischen Herausforderungen kulminieren, entdeckt sie Poesie: Aberwitzige Lagenwechsel weiß sie mit großer Sanftheit zu verbinden und auch in Webers Concertino Es-Dur nutzt sie so manches technische Imponiergehabe zur Darstellung einer neckisch-selbstbewussten Heldin. Bisweilen lockt sie damit auch verschiedene Orchestermusiker des sonst eher redlich-aufmerksam begleitenden MDR-Sinfonieorchesters zum inspirierten, virtuosen Flirt heraus. Gemeinsam beweist man dabei, dass auch Louis Spohrs Klarinettenkonzert in f-Moll dicht an der frühromantischen Oper gebaut ist. Seine anspruchsvolle Musiksprache, die mehr auf einen Reichtum an Motiven und harmonischen Effekten als auf eingängige Melodien setzt, verhilft die geborene Charakterdarstellerin Kam mit ihrem Sinn für detaillierte und lebendige Phrasierung zu beachtlicher Bühnenpräsenz. Nur die großen lyrischen Bögen des langsamen Mittelsatzes hätte sie stärker aussingen und dabei mit größerem Ton auch mal ins hochdramatische Fach wechseln dürfen.

Martin Neumann, 07.01.2006



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