Deborah Voigts zweites Soloalbum für die EMI (nach "Obsessions" mit Strauss- und Wagner-Szenen) plätschert sanft und leise vor sich hin. Wie ein klarer Gebirgsbach in Colorado. Oder doch eher Kensas? Nein, Arizona. Unberührte Natur, Kiefernwälder, schroffe Felsen. Hier und da eine Farm, weite Steppe, ein einsamer Büffel. Eine Tankstelle am staubigen Wegesrand, ein einsames Motel mit defekter Leuchtreklame. Route 66. Amerika, ein Road-Movie. Würden wir im Auto sitzen und durch die Staaten fahren, Voigts Album "All My Heart" wäre eine ideale Untermalung. Eine von vielen. Aber wir sitzen nicht im Auto.
Dass Voigt mit ihrem Herzen singt: keine Frage. Die 25 Songs von Charles Ives, Leonard Bernstein, Ben Moore, Charles Tomlinson Griffes und Amy Beach werden mit viel Gefühl und dabei sehr ehrlich und ungekünstelt präsentiert. Aber es plätschert eben nur. Aufregend, unwiderstehlich oder umwerfend schön ist das nicht. Gäbe es im Booklet nicht den Hinweis auf die Website von Debbies Stylisten, wir hätten uns fast ein bisschen gelangweilt.

Jochen Breiholz, 21.04.2006



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