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Johann Sebastian Bach

Werke für Flöte, Violine, Klavier und Orchester, Italienisches Konzert

Murray Perahia

Sony CD 87326
(55 Min., 4/2003, 6/2003) 1 CD

Es ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, ein Liebesverhältnis. Johann Sebastian Bach und Murray Perahia. Wiewohl zwischen ihren Geburtsdaten weit mehr als 250 Jahre, einige Atomkraftwerke, mehr als einige Blechlawinen und diverse Klonschafe liegen, scheint das Verständnis des Einen (Perahia) für die Kunst des Anderen (Bach) so groß wie bei nur wenigen anderen „Paaren“ in der klassischen Musik (die großen Bach-Interpreten Glenn Gould, Swjatoslaw Richter, Rosalyn Tureck und Friedrich Gulda einmal ausgenommen). Das Schöne an Perahias Bach-Lesart: Er spielt dessen Musik so, als wäre es das Natürlichste von der Welt, ohne eitlen Zusatz, ohne Schnörkeleien; er deutet dessen Intentionen aufrichtig, wahrhaftig. Mit Noblesse und Akkuratesse. Und mit gleichsam swingender Anmut.
Neuerlicher Beweis ist eine Aufnahme, die Perahia nicht nur am Flügel zeigt, sondern zudem als Dirigent. Wer jetzt Zweifel anmeldet, dem sei versichert: Perahia hat das Dirigieren erlernt; es ist ihm kein leichtfertiges Hobby, das wäre seinem Charakter auch fern. Und so leitet er die famose Academy of St. Martin in the Fields in den Bach'schen Konzerten (BWV 1044 und BWV 1050, auch Brandenburgisches Konzert Nr. 5 genannt) mit höchster Eleganz und allerschönstem Drive. Bach pulst, er sprudelt. Ewiger Quell der Spielfreude. Auch im „Italienischen Konzert“, welches Perahia, nunmehr solistisch, mit schillernden Farben ausstattet, ohne vordergründig aufzutrumpfen. Das ist unter Wesensverwandten ja auch nicht nötig. Die (Musik)Liebe genügt.

Jürgen Otten, 01.05.2003



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