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Franz Schubert

Klaviermusik zu vier Händen Vol. III (Sonate C-Dur D 812, Grande marche funèbre D 859 u.a.)

Yaara Tal, Andreas Groethuysen

Sony S2K 68240
(133 Min.) 2 CDs

Schuberts Klavierwerk für vier Hände lotet einen Ausdruckskosmos aus, der von wienerischer Süße bis zu fahlen Ungeheuerlichkeiten reicht. Ebenso weitgesteckt ist sein satztechnisches Experimentierfeld, diesen Reichtum auf die Tasten zu bringen. Recht schnell sind da Etiketten wie "unpianistisch" oder "pseudoorchestral" geprägt. Yaara Tal und Andreas Groethuysen aber geben auch in der dritten Folge ihrer gefeierten Gesamteinspielung Schuberts Klaviersatz die Würde des Selbständigen zurück.
Das Grand Duo C-Dur gerät vielleicht deshalb so packend, weil sie jenen Passagen, die über die Grenzen des Instrumentes hinausragen, den Gestus des Ungenügens nehmen. Da leuchten die Farben einer Sinfonie, ohne dass jene Diskant-Geschäftigkeit mancher Hochdruck-Duos ausbräche, die der Literatur für vier Hände zuweilen fast lächerliche Fülle aufbürdet. Einen überraschend privaten, zurückgenommenen Ton wählen die beiden für die bekannten "Marches militaires", die metrisch ungemein beweglich wirken.
Dieses scheinbar kunstlose und spontane Muszieren verbirgt, wieviel schwerer es ist, sich die rhythmisch angeschnittenen Bälle zuzuschieben als sich in erübter Synchronizität zu sonnen. Ob sie neue Jugend für das hausmusikalisch Totgerittene oder pianistische Vielschichtigkeit für die problematischeren Großformen finden - Yaara Tal und Andreas Groethuysen beweisen: Selten wurde vier Händen Kostbareres anvertraut.

Matthias Kornemann, 01.06.1996



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