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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Johann Sebastian Bach

Brandenburgische Konzerte BWV 1046-1051

Akademie für Alte Musik Berlin

Harmonia Mundi France/Helikon 901634.35
(1997) 2 CDs, DDD

Musik von Bach und Ekstase: Zwei Dinge, die sich auf den ersten Blick abstoßen müssten wie der Teufel und das Weihwasser. Und doch gibt es Einspielungen von Bach-Werken, die so aufregend, so mitreißend und voller geradezu hypnotischer Sogwirkung sind, daß man sich daran erinnert, was für ein Heißsporn Bach auch gewesen ist. Zum Beispiel als er seine "Brandenburgischen Konzerte" komponierte: Die sechs Werke entstanden zu Beginn von Bachs Zeit als Hofkapellmeister in Köthen (1717-1723).
Er hatte für seinen Dienstherrn vor allem Instrumentalmusik zu schreiben, und manchmal fiel auch ein Auftrag von anderen Fürsten ab. So vom Kurfürsten Ludwig von Brandenburg, dem Bach wahrscheinlich in Berlin begegnet war, als er dort ein neues Cembalo für seine Hofmusik kaufte. Ihm widmete Bach diese "Sechs Konzerte für verschiedene Instrumente", die bereits hinsichtlich ihrer ausgefallenen Besetzungen einzigartig in der Musikgeschichte sind. Bach erhielt für die Stücke kein Honorar und keinen Titel, der Kurfürst von Brandenburg hat die Werke wahrscheinlich nicht einmal aufführen lassen.
Die Akademie für Alte Musik Berlin hat eine Aufnahme der "Brandenburgischen" herausgebracht, die alle vorangegangenen Annäherungen mit unglaublicher Vitalität wegfegt. Hier bekommt die musikalische Idee des Konzertierens, des tönenden "Wettstreitens", wieder ihren Sinn, hier sind Bachs extreme kontrapunktische Verdichtungen Basis und Sprungbrett für eine farbige, ungemein spannende Virtuosität aller Beteiligten, die trotz flotter Tempi nicht in eine Parforcejagd ausartet, sondern in jeder Sekunde ihre klare Beredtsamkeit behält. Selten waren diese vielschichtigen Gruppenkonzerte in einem so einheitlichen Atem zu hören - und das trotz der Beteiligung unterschiedlicher Musikergenerationen. Von den älteren Semestern sind hier vor allem der Oboist Hans-Peter Westermann und der Naturtrompeter Friedemann Immer zu erwähnen.

Oliver Buslau, 01.12.1999



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