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Antonio Vivaldi

Conceri per archi (RV 565, 531, 553, 522, 413, 580, 156)

Berliner Barock Solisten

Avi-Music/ALIVE 8553060
(63 Min., 1/2007, 2/2007) 1 CD

Die Berliner Barock Solisten sind ein Joint Venture der besonderen Art: Im Zusammenspiel aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und einzelnen prominenten Köpfen der Alte-Musik-Szene wie Bernhard Forck, Raphael Alpermann oder Kristin von der Goltz sucht man den künstlerischen Austausch zwischen historischer und aufgeklärter neuerer Aufführungspraxis. Mit diesem Projekt hat das Ensemble ein neues Niveau der Zusammenarbeit erreicht. Man hat einen Ensembleklang geschaffen, der nicht mehr an historisch phrasierende moderne Streichorchester erinnert, sondern einen Klang, in dem die elegant ausgesungene Kantilene und der vibratolos sprechende Strich als gleichwertige Farbwerte einer in sich geschlossenen harmonischen Klangskala erscheinen. Zu verdanken haben die Berliner Barock Solisten ihren Sprung nach vorn wohl auch der Beschäftigung mit Antonio Vivaldi, der nicht nur ein hervorragender Geiger, sondern auch ein großer Orchestererzieher war. Die hier eingespielten Konzerte für mehrere Solostreicher (vom bekannten d-Moll Konzert RV 565 bis zu Leckerbissen wie den Konzerten für vier Soloviolinen und Orchester) zeigen exemplarisch, welche Fülle von Farben man dem reinen Streichersound entlocken kann. Die Berliner Barock Solisten – durch den unterschiedlichen Hintergrund zum gegenseitige Hinterfragen der eigenen Routine gezwungen – spüren dem Komponisten kongenial nach. Besonders bei den Konzerten mit mehreren Solisten sorgt der harmonische Wettstreit ungleicher Kollegen für zusätzliche Lebendigkeit: Gleich, ob man sich gegenseitig beim Trillern neckt oder zum romantischen Seufzer provoziert: Immer spürt man, dass hier keine faulen Kompromisse geschlossen werden, sondern dass sich die Wettstreitenden für die überzeugendste Lösung gesucht haben: gegenseitig zu überzeugen und zu verführen.

Carsten Niemann, 25.01.2008



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