home

N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



Jean Sibelius

Sinfonie Nr. 4

Chamber Orchestra of Europe, Paavo Berglund

Finlandia/Warner Classics 0630-14951-2
(1995) Komponiert: 1910/11, Uraufführung: 1911 in Helsinki; DDD



Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen

Jean Sibelius

Sinfonie Nr. 4

Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

DG 457 748-2
(1965) Komponiert: 1910/11, Uraufführung: 1911 in Helsinki; AAD



Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen

Jean Sibelius bemerkte über sein Vierte Sinfonie, ihr hafte nichts von dem "Zirkus" an, den so viele zeitgenössische Musik umgebe. Tatsächlich könnte dieses Werk kaum weiter entfernt sein vom aufrauschenden Glamour eines Richard Strauss oder vom weltumspannenden Mitteilungsbedürfnis Gustav Mahlers. In Gestus und Melodik geradezu provozierend karg, steht es quer zu den Konventionen, wie sie die europäische Sinfonik und nicht zuletzt auch Sibelius’ eigenes Schaffen beherrscht hatten.
Der Verzicht auf jede Form von Effekthascherei prägt auch die Interpretationen. Paavo Berglund, der sich ein Leben lang mit den Werken seines Landsmannes auseinandergesetzt hat, weiß, dass Pathos und großorchestrale Aufpolsterung bei dieser Musik tödlich wirken. Die kleine Besetzung und der schlanke Klang des Europäischen Kammerorchesters kommt Berglunds Ideal einer ideologiefreien Sibelius-Interpretation entgegen. Er will nicht überreden, sondern präsentiert die Musik pur in all ihrer schmucklosen Introvertiertheit: Sibelius für Eingeweihte.
Wer es vollmundiger, opulenter liebt, sei auf Herbert von Karajans klassische Einspielung mit den Berliner Philharmonikern verwiesen. Karajan nimmt sich, vor allem im ersten und dritten Satz, deutlich mehr Zeit, zeichnet formale Bögen gleichzeitig spannungs- und ruheerfüllt nach und gelangt so zu ebenso schlüssigen Ergebnissen.

Thomas Schulz




Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sanfter Umbruch: Die Jahre als Kapellmeister beim Fürsten Ésterhazy weiß Joseph Haydn als Experimentierfeld zu nutzen. Das zeigen nicht nur seine fast planvollen Erprobungen im Bereich der Sinfonie, deren weltweit geschätzter Könner er werden wird, sondern auch die solistischen Einsätze und in diesen Jahren entstandenen Solokonzerte. Wie auch Mozart kannte Haydn die Solisten, für die er schrieb alle persönlich, es waren meist seine Kollegen in der Hofkapelle. Die beiden überlieferten […] mehr


Abo

Top